Kurzrezept: So fotografierst du Polarlichter
- Kamera auf das Stativ, manueller Modus, Auslösen per Fernauslöser oder Selbstauslöser (Canadian Space Agency, SpaceWeatherLive).
- Blende so weit offen wie möglich (Hurtigruten: f/2.8 bis f/4 als Ausgangspunkt).
- Belichtung: Hurtigruten nennt 5 bis 10 Sekunden bei hellem, 12 bis 20 bei langsam bewegtem und 20 bis 25 Sekunden bei schwachem Polarlicht.
- Unser Rat, kein Befund der Quellen: ISO 1600 als Startwert, dann nach dem Testbild anpassen. Die Quellen nennen 400 bis 3200.
- Fokus von Hand: Hurtigruten und Canadian Space Agency raten zu unendlich, Mikko Lagerstedt zum vergrößerten Live-View an einem hellen Stern.
Weiter unten: Einstellungen im Quellenvergleich · Handy · Fokus im Dunkeln · Planung
Foto-Spots auf der Karte markieren
Findest du tagsüber einen Platz mit freiem Blick nach Norden und einem guten Vordergrund, markiere ihn in neario als Foto-Spot auf der Karte. Abends musst du nicht mehr suchen, und deine Mitreisenden finden denselben Ort.
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Welche Einstellungen? Die Spannen im Quellenvergleich
Die Quellen nennen ähnliche Grundlagen und unterschiedliche Zahlen. Das liegt daran, dass Helligkeit und Tempo des Polarlichts wechseln und jede Kamera anders rauscht. Teste innerhalb dieser Spannen.
| Quelle | Belichtung | Blende | ISO |
|---|---|---|---|
| Canadian Space Agency | 10 bis 25 s | so weit offen wie das Objektiv erlaubt | 400 oder 800 |
| Hurtigruten | 5 bis 10 s (hell), 12 bis 20 s (langsam), 20 bis 25 s (schwach) | f/2.8 bis f/4 als Ausgangspunkt | so hoch, wie es ohne zu starkes Rauschen geht |
| Mikko Lagerstedt (Fotograf) | 2 bis 10 s | f/2.8 oder f/1.4 (Objektiv) | Start bei 1600 oder 3200 |
| SpaceWeatherLive | 1 bis 3 s (hell) bis 30 s (schwach), Richtwert 20 s bei ISO 400 | so weit offen wie möglich | Richtwert 400 |
Abgerufen am 01.11.2026. Wie wir Quellen prüfen, steht unter So prüfen wir Fakten. Ob eher ISO 400 oder 3200: Die Seiten widersprechen sich. Mikko Lagerstedt weist darauf hin, dass sich Rauschen später bearbeiten lässt, Bewegungsunschärfe nicht.
Unser Rat, kein Befund der Quellen: Starte mit etwa 10 Sekunden und verkürze, wenn sich das Polarlicht schnell bewegt. Die Canadian Space Agency nennt mindestens 10, Hurtigruten 5 bis 10 Sekunden bei hellem Licht. Ob ISO 400 oder 3200 besser passt, hängt von deiner Kamera ab, das zeigt nur das Testbild.
Ausrüstung: Was du für Kamerafotos brauchst
Du brauchst eine Kamera mit manuellem Modus. SpaceWeatherLive nennt Spiegelreflex- oder Systemkameras mit M-Modus und schreibt, dass Handys und Kompaktkameras meist zu lichtschwach seien, die Canadian Space Agency verlangt Belichtungen von mindestens 10 Sekunden. Dazu kommt ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (siehe unten) und ein stabiles Stativ.
Gegen Verwackeln beim Drücken des Auslösers helfen ein Kabel- oder Funkauslöser oder der Selbstauslöser der Kamera (Canadian Space Agency, SpaceWeatherLive, Hurtigruten).
Handschuhe, Handwärmer und eine Thermoskanne nennt Hurtigruten, mehr dazu steht im Ratgeber Polarlichter: Ausrüstung und Kleidung, den Rest der Koffer-Liste ergänzt du in der Packliste für den Urlaub.
Polarlichter mit dem Handy fotografieren
Das geht, wenn dein Handy einen Nachtmodus hat und du es abstellst. Hurtigruten zitiert Tom Kerss, den Chief Aurora Chaser von Hurtigruten: Ein Handy der letzten fünf Jahre mit Nachtmodus sei sehr gut geeignet. Visit Iceland (zuletzt aktualisiert am 19.08.2026) beschreibt, dass neuere Handys einen Modus haben, der längere Belichtungen automatisch wählt, und empfiehlt ein stabiles Stativ. Mit manuellen Reglern in der Kamera-App nennt Visit Iceland etwa 10 bis 15 Sekunden, kürzer bei schnell bewegtem Polarlicht.
- Blitz aus (Visit Iceland, Hurtigruten).
- Fokus durch Tippen und Halten sperren und auf unendlich oder den entferntesten möglichen Punkt stellen (Visit Iceland).
- Hauptkamera statt Frontkamera nutzen (Hurtigruten).
- Falls verfügbar in RAW fotografieren (Hurtigruten).
- Powerbank mitnehmen, Kälte entlädt das Handy schnell (Visit Iceland, Hurtigruten).
Welches Gerät wie viel schafft, hängt von Modell und Software ab. Dazu nennen die Quellen keine verlässlichen Zahlen, deshalb gibt es hier kein Modellranking. Probiere den Nachtmodus vor der Reise an einem dunklen Ort aus.
Fokus im Dunkeln, RAW und Weißabgleich
Fokus
Stell den Autofokus ab und fokussiere manuell. Hurtigruten und die Canadian Space Agency raten zu unendlich, etwa an einem Stern, und einem Testbild. Mikko Lagerstedt warnt, dass die Unendlich-Markierung am Objektiv bei den meisten modernen Linsen nicht exakt stimmt, der echte Punkt liege knapp davor. Sein Vorgehen: Live-View einschalten, an einem hellen Stern digital vergrößern, am Ring drehen, bis der Stern ein kleiner scharfer Punkt ist, und den Ring dann mit Klebeband fixieren. Die Menüs für Live-View-Vergrößerung unterscheiden sich je nach Kamera, die Schritte findest du im Handbuch.
RAW
Unser Rat, kein Befund der Quellen: RAW lässt dir Spielraum, Weißabgleich und Rauschen später anzupassen. Hurtigruten rät beim Smartphone zu RAW, sofern das Gerät es anbietet, die übrigen Quellen dieser Seite sagen dazu wenig.
Weißabgleich
Hurtigruten rät zur Einstellung Tageslicht. Mikko Lagerstedt nennt beim Entwickeln etwa 3500 bis 4000 Kelvin für einen natürlichen Look mit tiefblauem Himmel. Beide Angaben widersprechen sich nicht zwingend: Das eine gilt für die Aufnahme, das andere für die Bearbeitung. Wenn du in RAW arbeitest, kannst du den Wert nachträglich ändern.
Standort und Komposition
Such dir einen dunklen Ort mit freiem Blick nach Norden. SpaceWeatherLive rät, Straßenlaternen zu meiden, weil sie das Bild überbelichten und das Polarlicht überstrahlen, und bei niedrigeren Breiten darauf zu achten, dass auf dem Nordhorizont keine Ortschaft liegt, denn lange Belichtungen verstärken den Himmelsschein. Die Canadian Space Agency empfiehlt einen dunklen Platz mit freier Sicht zum Horizont.
Für die Bildgestaltung rät Mikko Lagerstedt zu einem Weitwinkel von 14 bis 24 Millimetern, tiefem Kamerastandpunkt und einem Vordergrund wie Baum, Hütte, See oder Silhouette. Auch die Canadian Space Agency empfiehlt, Bäume oder Landschaft ins Bild zu nehmen.
Unser Rat, kein Befund der Quellen: Schau dir den Fotoplatz bei Tageslicht an und achte auf den Weg im Dunkeln. Zu Eis, Straßenverhältnissen und Sicherheit im Winter nennen die hier verwendeten Quellen nichts, dazu stehen die Regionen-Ratgeber im Cluster, etwa Tromsø, Island und Finnisch-Lappland.
Beim Mond raten die Quellen unterschiedlich. Hurtigruten rät, die Zeit um Vollmond wenn möglich zu meiden, weil dessen Licht das Polarlicht schwächer wirken lassen kann. Mikko Lagerstedt rät dagegen, auch bei Mond zu fotografieren: Ein heller Mond könne schwaches Polarlicht überstrahlen, ein Viertel- oder Halbmond sei gut, weil er den Vordergrund beleuchtet.
Planung: Mond, Wolken und Vorhersage
Fotografieren kannst du nur bei klarem Himmel. Die Wolkenlage prüfst du bei deinem Wetterdienst, die Stärke des Polarlichts mit einer Aurora-Vorhersage. Die US-Wetterbehörde NOAA bietet mit dem Aurora 30-Minute Forecast eine Karte, die laut Beschreibung ein Zeitfenster von 30 bis 90 Minuten abdeckt (abgerufen am 01.11.2026). Fällt das Eingangssignal aus, schaltet das Modell auf eine Schätzung nach Kp um und liefert dann keine Vorlaufzeit. Mehr zur Planung der Reise und zu Reisezeit und Vorhersage findest du im Hub Polarlichter und Nordlichter: Reise planen.
Unser Rat, kein Befund der Quellen: Plane mehr als eine Nacht ein, weil eine einzelne bewölkte Nacht sonst deine Fotos kostet.
Reisetage so planen, dass Nächte frei bleiben
Lege in neario die Reisetage an und blocke die Abende für den Fotoplatz, Aktivitäten tagsüber planst du dazu. Die Packliste mit Stativ, Ersatzakku und Powerbank hakt jeder in der Gruppe als Checkliste ab, und Kosten teilst du in derselben Reise auf.
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FAQ – Polarlichter fotografieren
Welche Einstellungen für Polarlichter?
Es gibt keinen festen Wert, die Quellen nennen Spannen: Blende so weit offen wie das Objektiv erlaubt (f/2.8 bis f/4 bei Hurtigruten), Belichtungszeit zwischen etwa 1 und 30 Sekunden, ISO zwischen 400 und 3200. Mikko Lagerstedt beginnt bei ISO 1600 oder 3200 und 2 bis 10 Sekunden. Ein Stativ nennen Canadian Space Agency, Hurtigruten und SpaceWeatherLive, den manuellen Modus SpaceWeatherLive, den Fokus von Hand auf unendlich Hurtigruten und die Canadian Space Agency, während Lagerstedt zum Scharfstellen am Stern per Live-View rät. Unser Rat, kein Befund der Quellen: Justiere danach nach Testbild, bei schnell bewegtem Polarlicht kürzer, bei schwachem länger oder mit höherem ISO.
Kann man Polarlichter mit dem Handy fotografieren?
Ja, mit Nachtmodus und Stativ. Hurtigruten schreibt, dass sich ein Handy der letzten fünf Jahre mit Nachtmodus laut Tom Kerss, dem Chief Aurora Chaser von Hurtigruten, sehr gut eignet. Visit Iceland rät zu einem stabilen Stativ, ausgeschaltetem Blitz, gesperrtem Fokus auf unendlich und, falls die App manuelle Steuerung bietet, zu etwa 10 bis 15 Sekunden Belichtung. Unser Rat, kein Befund der Quellen: Ohne Stativ bleibt dir nur eine kurze Belichtung, und schwache Polarlichter werden dann schnell zu einer dunklen Fläche.
Welches Objektiv für Polarlichter?
Ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv mit f/2.8 oder heller. Hurtigruten nennt f/2.8 oder schneller, Mikko Lagerstedt empfiehlt Brennweiten von 14 bis 24 Millimetern bei f/2.8 oder f/1.4, SpaceWeatherLive nennt als Beispiel 10 Millimeter bei f/2.8. Die weite Öffnung hält die Belichtung kurz, der Weitwinkel fasst mehr Himmel und einen Vordergrund.
Warum sehen Fotos von Polarlichtern grüner aus als in echt?
Weil Kamera und Auge Licht im Dunkeln unterschiedlich verarbeiten. Der US National Park Service schreibt, dass unsere Augen bei sehr wenig Licht nicht farbempfindlich sind und Langzeitbelichtungen schwache Farben besser erfassen. Schwaches Polarlicht kann dem Auge laut NPS weiß erscheinen.
Wie lange belichtet man Polarlichter?
Meist zwischen etwa 1 und 30 Sekunden, je nach Stärke und Bewegung des Polarlichts. Hurtigruten nennt 5 bis 10 Sekunden bei hellem, aktivem Polarlicht, 12 bis 20 Sekunden bei langsam bewegtem und 20 bis 25 Sekunden bei schwachem. Mikko Lagerstedt rät zu 2 bis 10 Sekunden, weil längere Belichtungen die Struktur verwischen, die Canadian Space Agency nennt 10 bis 25 Sekunden und SpaceWeatherLive 1 bis 30 Sekunden mit 20 Sekunden bei ISO 400 als Richtwert. Unser Rat, kein Befund der Quellen: Starte mit etwa 10 Sekunden und passe nach dem Testbild an.
Wie schütze ich den Akku bei Kälte?
Hurtigruten rät zu Ersatzbatterien, weil sich Batterien bei Kälte schneller entladen. SpaceWeatherLive rät zu einem zweiten Akku, den du nah am Körper trägst, damit er warm bleibt.
Brauche ich ein Stativ für Polarlichter?
Ja. Die Canadian Space Agency nennt ein stabiles Stativ samt Kabelauslöser oder Fernbedienung, Hurtigruten nennt das Stativ unverzichtbar, SpaceWeatherLive obligatorisch, mit Fernauslöser oder alternativ dem Selbstauslöser der Kamera. Hintergrund sind die langen Belichtungen von mehreren Sekunden. Auch für das Handy empfiehlt Visit Iceland ein stabiles Stativ.
Quellen und Hinweis: Canadian Space Agency (Photographing the aurora), Hurtigruten (Das Nordlicht fotografieren), Mikko Lagerstedt (Northern Lights Photography Mistakes), SpaceWeatherLive (Wie man Polarlichter fotografiert), Visit Iceland (Smartphone), US National Park Service (Aurora Borealis und Nachthimmel) und NOAA SWPC (Aurora 30-Minute Forecast), abgerufen am 01.11.2026. Die Amazon-Links oben sind Partnerlinks: Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision, dein Preis ändert sich nicht.
