Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung
Hier stehen Orientierungspunkte aus öffentlichen Quellen, keine Diagnosen und keine Therapieempfehlungen. Dosierungen nennt diese Seite bewusst nicht: Was für dich passt, hängt von Alter, Gewicht, Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab. Halte dich an die Packungsbeilage und kläre alles Individuelle in einer reisemedizinischen Sprechstunde, am besten 6–8 Wochen vor Abflug. Wenn es dir in Vietnam schlecht geht, geh zum Arzt statt weiterzulesen.
Kurz zusammengefasst
- Standardmittel sind vor Ort billig. Ein Beutel Oresol kostet wenige tausend Dong, Paracetamol und Ibuprofen liegen im selben Bereich. Mitnehmen musst du das, was du nachts sofort brauchst, und alles Persönliche.
- Dengue ist das realistischste Risiko, landesweit und ganzjährig, mit Schwerpunkt in der Regenzeit. Es gibt kein Medikament dagegen. Die tagaktive Aedes-Mücke sticht morgens und am späten Nachmittag, deshalb wirkt Mückenschutz nur, wenn du ihn tagsüber aufträgst.
- Malaria betrifft die üblichen Routen nicht. Die großen Städte gelten als malariafrei, Restrisiko besteht ländlich, vor allem im zentralen Hochland und im Südosten.
- Antibiotika bekommst du in vielen Apotheken ohne Rezept in die Hand gedrückt. Das ist kein Vorteil, sondern der häufigste Fehler: Bei Reisedurchfall ohne Fieber und ohne Blut im Stuhl sind Flüssigkeit und Elektrolyte die Behandlung.
- Das Auswärtige Amt schreibt zu Vietnam, die medizinische Versorgung sei mit der in Europa nicht zu vergleichen und es gebe keine notfallärztliche Versorgung. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist deshalb kein Extra.
Was in die Tasche gehört
Die Auswahl folgt einer einzigen Frage: Was brauchst du eventuell um drei Uhr nachts im Sleeper-Bus zwischen Ninh Binh und Hue, wo keine Apotheke offen hat und niemand Englisch spricht? Alles andere kannst du vor Ort kaufen. Der Kulturbeutel gehört ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer. Kommt der einen Tag später an, fehlt dir genau in der Nacht das Durchfallmittel. Für Sonnencreme, Desinfektionsgel und flüssige Magenmittel gilt dann die 100-ml-Regel; welche Flüssigkeiten in welcher Menge durch die Kontrolle gehen, steht in der Vietnam-Packliste.
#1 · Deine Dauermedikation, im Original
Wofür: Blutdruck, Schilddrüse, Diabetes, Asthma, Antibabypille, Psychopharmaka
Originalpackung mit lesbarem Etikett und Beipackzettel, plus Reserve für den Fall, dass du länger bleibst oder ein Flug ausfällt. In Vietnam heißen dieselben Wirkstoffe oft anders, und identische Präparate sind nicht garantiert verfügbar. Details zur Einfuhr stehen weiter unten.
#2 · Elektrolytpulver
Wofür: Flüssigkeits- und Salzverlust bei Durchfall, Erbrechen, Hitze
Das wichtigste Mittel bei Reisedurchfall, wichtiger als jeder Blocker. Vor Ort heißt es Oresol oder Hydrite und kostet fast nichts, für die ersten Stunden willst du es aber schon dabeihaben.
#3 · Loperamid
Wofür: Wenn Durchfall gestoppt werden muss, weil eine lange Bus- oder Zugfahrt ansteht
Nicht bei Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl. Dann gehört das ärztlich abgeklärt statt gebremst. Loperamid behandelt nichts, es verschafft dir nur eine Fahrt ohne Zwischenstopp.
#4 · Paracetamol
Wofür: Fieber und Schmerzen
Bei unklarem Fieber in Vietnam ist Paracetamol das Mittel der Wahl. Grund ist Dengue: Entzündungshemmer vom Ibuprofen-Typ können die Blutungsneigung verstärken.
#5 · Ibuprofen
Wofür: Schmerzen mit Schwellung, etwa nach einem Sturz oder bei Zahnschmerzen
Bewusst getrennt von Paracetamol aufgeführt: Solange Fieber unklarer Ursache im Raum steht, ist es nicht die erste Wahl.
#6 · Wunddesinfektion und Verbandmaterial
Wofür: Schürfwunden, Verbrennungen am Rollerauspuff, aufgescheuerte Stellen
Bei der Luftfeuchte in Vietnam entzünden sich offene Stellen schnell. Nimm Wundauflagen mit, die nicht verkleben, dazu Kompressen, Pflasterrolle und ein Desinfektionsmittel. Povidon-Jod (Betadine) ist vor Ort überall zu bekommen.
#7 · Antihistaminikum
Wofür: Juckende Stiche, allergische Reaktionen, Kontakt mit Quallen oder Pflanzen
Cetirizin und Loratadin gibt es auch in Vietnam. Wer eine bekannte Allergie hat, klärt das Notfallset vorher ärztlich ab, ein Adrenalin-Autoinjektor lässt sich vor Ort nicht ersetzen.
#8 · Mückenschutz mit DEET oder Icaridin
Wofür: Dengue, Zika, Chikungunya, in ländlichen Gebieten auch Malaria und Japanische Enzephalitis
Das US-CDC nennt für Reisen nach Vietnam DEET ab 20 Prozent, Permethrin für Kleidung und Moskitonetze. Nimm ein Präparat mit, dessen Deklaration du lesen kannst.
#9 · Sonnenschutz
Wofür: Sonnenbrand, besonders auf Bootstouren in der Halong-Bucht und am Strand
Hoher Lichtschutzfaktor, wasserfest. Auf dem Wasser und in Höhenlagen wie Sapa oder Da Lat unterschätzt man die Strahlung, weil es sich kühl anfühlt.
#10 · Fieberthermometer und Einmalhandschuhe
Wofür: Einschätzen, ob aus einem Infekt ein Arztbesuch wird
Klingt banal, entscheidet aber die wichtigste Frage bei Durchfall und Dengue-Verdacht: Fieber oder kein Fieber. Ein digitales Thermometer wiegt nichts.
#11 · Desinfektionsgel für die Hände
Wofür: Vor dem Essen an Garküchen, in Bussen, auf Märkten
An Straßenständen gibt es selten fließendes Wasser und Seife. Welche Hygieneregeln beim Streetfood wirklich etwas bringen, steht im Guide Streetfood in Vietnam sicher essen.
#12 · Notfall-Antibiotikum, nur nach ärztlicher Verordnung
Wofür: Schwerer, fieberhafter oder blutiger Durchfall fernab jeder Klinik
Kein Standardartikel, sondern eine Einzelfallentscheidung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt vor der Reise. Wer es mitnimmt, bekommt dabei auch gesagt, wann es angewendet wird und wann nicht.
Die Packliste, die nicht in den Notizen verschwindet
Die Reiseapotheke ist der Teil des Gepäcks, den in Gruppen am Ende niemand einpackt, weil alle denken, jemand anders macht das. In neario hakst du die Liste gemeinsam ab und siehst, wer was dabeihat. Versicherungsnummer und Notrufnummern liegen im selben Trip, sodass deine Begleitung drankommt, wenn du selbst gerade nicht dazu in der Lage bist.
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Mitnehmen oder vor Ort kaufen?
Apotheken heißen in Vietnam nhà thuốc und sind in Städten an fast jeder Ecke, erkennbar am grünen Kreuz. Formal gilt für viele Präparate Rezeptpflicht, in der Praxis wird sie außerhalb von Krankenhausapotheken unregelmäßig durchgesetzt. Für Reisende sind die Ketten die verlässlichere Wahl: Long Châu, Pharmacity und An Khang haben ausgezeichnete Festpreise, längere Öffnungszeiten und eine nachvollziehbare Lieferkette. Long Châu allein betreibt inzwischen mehr als 2.500 Filialen im Land.
Der problematische Teil ist nicht der Preis, sondern die Beratung. Wer mit Magenbeschwerden in eine kleine Apotheke geht, bekommt oft ein Tütchen zusammengestellt, in dem ein Breitbandantibiotikum steckt. Bei Reisedurchfall ohne Fieber und ohne Blut im Stuhl ist das der falsche Weg. Wie so ein Apothekenbesuch abläuft und woran du merkst, dass du gerade etwas bekommst, das du nicht brauchst, steht ausführlich in Krank in Vietnam: Apotheke, Arzt, Krankenhaus.
| Wirkstoff | In Vietnam erhältlich als | Mitnehmen? | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Paracetamol | Panadol, Efferalgan, Hapacol | Kleine Menge | Rezeptfrei, Größenordnung 5.000–30.000 VND je Packung (rund 0,20–1 €). |
| Ibuprofen | Generika, teils als Kombipräparat | Kleine Menge | Rezeptfrei und günstig. Bei unklarem Fieber trotzdem erst Paracetamol. |
| Orale Rehydratationssalze | Oresol, Hydrite | Für die erste Nacht | Beutel ab wenigen tausend VND, praktisch überall. Der billigste wirksame Posten der ganzen Liste. |
| Loperamid | Imodium und Generika | Ja | Rund 25.000–45.000 VND. Willst du dabeihaben, bevor du es brauchst. |
| Diosmectit | Smecta | Nein | Pulver gegen Durchfall, in Vietnam gängig, Größenordnung 60.000–100.000 VND je Schachtel. |
| Cetirizin, Loratadin | Generika unter beiden Namen | Kleine Menge | Rezeptfrei, Größenordnung 25.000–60.000 VND. |
| Povidon-Jod | Betadine | Nein | In jeder Apotheke für wenig Geld. Verbandmaterial nimmst du trotzdem mit. |
| Antibiotika | Amoxicillin, Azithromycin, Ciprofloxacin | Nur mit Verordnung | Faktisch oft ohne Rezept zu bekommen, Größenordnung 60.000–150.000 VND. Kein Grund zur Selbstmedikation. |
| Dauermedikation | Wirkstoff ja, Präparat oft nicht | Unbedingt, komplett | Handelsnamen unterscheiden sich, Verfügbarkeit ist nicht garantiert. Original mit Etikett und Beipackzettel. |
| Malariamittel | In Apotheken teils vorrätig | Nur nach Beratung | Wenn überhaupt, dann aus Deutschland und nach ärztlicher Rücksprache, nicht spontan am Tresen. |
| Notfallset bei Allergie | Kaum verlässlich | Unbedingt | Ein Adrenalin-Autoinjektor lässt sich vor Ort nicht ersetzen. |
| Mückenschutz | Lokale Sprays, Deklaration oft nur vietnamesisch | Ja | Ein Präparat mitnehmen, dessen Wirkstoff und Konzentration du lesen kannst. |
Die Preisangaben sind Größenordnungen aus öffentlich zugänglichen Übersichten zu vietnamesischen Apotheken, keine tagesaktuellen Preise. Bei rund 30.000 VND je Euro sind 30.000 VND etwa ein Euro. Prüfe vor dem Bezahlen Verfallsdatum und Verpackungssiegel; Fälschungen sind vor allem bei Lifestyle-Präparaten aus unbeschrifteten Behältern ein Thema, weniger bei Standardmitteln aus einer Kettenapotheke.
Risiko nach Region
Vietnam streckt sich über 1.650 Kilometer. Eine Aussage über „Vietnam“ hilft dir deshalb wenig, wenn du zwei Wochen zwischen Hanoi, Hue und Hoi An unterwegs bist. Die Tabelle ordnet die Risiken den Regionen zu, in denen Reisende tatsächlich unterwegs sind.
| Region | Dengue | Malaria | Sonst relevant |
|---|---|---|---|
| Hanoi und Roter-Fluss-Delta | Ja, ganzjährig, Schwerpunkt Regenzeit | Kein Risiko laut US-CDC, im Delta nur Einzelfälle | Feinstaub im Winter. Japanische Enzephalitis: Die höchsten Fallzahlen des Landes liegen laut CDC Yellow Book in den Nordprovinzen um Hanoi. |
| Sapa, Ha Giang, Nordgebirge | Geringer als im Tiefland, nicht ausgeschlossen | Ländliches Restrisiko, Mückenschutz auch abends und nachts | Höhe um 1.500 m, im Winter empfindlich kalt und feucht. Die Ha-Giang-Provinz nennt das Auswärtige Amt ausdrücklich wegen schwerer Motorradunfälle ausländischer Reisender. |
| Hue, Da Nang, Hoi An | Ja, Küstenstädte mit Regenzeit im Herbst | Da Nang gilt beim US-CDC als malariafrei | Überschwemmungen im Oktober und November, danach mehr Durchfallerkrankungen. |
| Zentrales Hochland (Da Lat, Kon Tum, Gia Lai, Đắk Lắk) | In tieferen Lagen ja | Hier liegt das eigentliche Malariagebiet. Das US-CDC führt unter anderem Lâm Đồng, Kon Tum, Gia Lai, Đắk Lắk und Đắk Nông als Provinzen mit Prophylaxe-Empfehlung. | Da Lat liegt auf rund 1.500 m und ist deutlich kühler als der Rest des Südens. |
| Ho-Chi-Minh-Stadt | Der Schwerpunkt des Landes. Das Tropeninstitut der LMU meldete am 26. August 2026 über 25.000 Fälle allein in der Stadt. | Kein Risiko laut US-CDC | Luft besser als in Hanoi, Verkehrsdichte höher. |
| Mekong-Delta | Ja, hohe Fallzahlen in der Regenzeit | Nur seltene Fälle, laut US-CDC reicht Mückenschutz | Bootstouren bedeuten Sonne von oben und vom Wasser reflektiert. |
| Phu Quoc, Nha Trang, Mui Ne | Ja | Nha Trang gilt beim US-CDC als malariafrei; Khánh Hòa und Ninh Thuận stehen für ländliche Gebiete auf der Provinzliste | Quallen saisonal, Sonnenbrand ist das häufigste Problem. |
Dengue
Das Tropeninstitut der LMU meldete für 2025 über 100.000 Fälle in Vietnam, für 2026 allein in Ho-Chi-Minh-Stadt über 25.000. Übertragen wird das Virus von tagaktiven Aedes-Mücken, typisch sind hohes Fieber, Ausschlag und starke Gliederschmerzen. Es gibt kein Medikament dagegen und keine Chemoprophylaxe, nur Mückenschutz. Eine Impfung ist verfügbar, das Auswärtige Amt führt sie bei besonderer Exposition oder Langzeitaufenthalt auf. Bei Fieber ohne klare Ursache gehört das ärztlich abgeklärt, nicht mit Ibuprofen behandelt.
Luft in Hanoi
Für Asthmatiker und Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankung ist die Luft im Norden ein größeres Thema als jede Tropenkrankheit. IQAir gibt für Hanoi im Jahresmittel 2024 45 µg/m³ Feinstaub PM2.5 an, das Neunfache des WHO-Richtwerts; am 4. Februar 2026 lag die Stadt mit einem AQI über 180 auf Platz fünf der schmutzigsten Großstädte weltweit. Ursache im Winter sind Inversionswetterlagen. Wer Bedarfsmedikation nutzt, packt sie großzügig ein und plant Hanoi eher nicht in die Wintermonate.
Tollwut
Das Auswärtige Amt schreibt von einem landesweit hohen Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Vietnamesische Gesundheitsbehörden meldeten für 2025 landesweit 77 Todesfälle. Nach jedem Biss, Kratzer oder Belecken offener Haut durch ein Säugetier zählt nur eins: Wunde sofort lange mit Wasser und Seife auswaschen und noch am selben Tag eine Klinik aufsuchen. Eine Impfung vor der Reise ersetzt die Behandlung danach nicht, macht sie aber einfacher.
Roller und Straßenverkehr
Das Auswärtige Amt nennt die Zahl der Verkehrstoten in Vietnam eine der höchsten im internationalen Vergleich und weist ausdrücklich auf schwere und tödliche Motorradunfälle ausländischer Reisender auf Landstraßen hin, besonders in der Ha-Giang-Provinz. Das ist statistisch das größte Gesundheitsrisiko der Reise. Wundversorgung im Gepäck hilft bei Schürfwunden; alles darüber gehört in eine Klinik, und die Versicherungsfrage klärst du vorher.
Impfungen und Malaria
Für die direkte Einreise aus Deutschland gibt es laut Auswärtigem Amt keine Pflichtimpfungen. Was empfohlen wird, hängt von Reisedauer, Route und Reisestil ab, deshalb steht hier nur, worüber du sprechen solltest. Der Termin sollte 6–8 Wochen vor Abflug liegen, weil mehrere Impfungen aus zwei oder drei Dosen mit Abstand bestehen.
Standardimpfungen aktuell halten
- Tetanus und Diphtherie
- Polio
- Masern, Mumps, Röteln
Vom Auswärtigen Amt für Vietnam genannt
- Hepatitis A
- Hepatitis B, Typhus, Tollwut bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition
- Japanische Enzephalitis und Dengue je nach Reiseprofil
Japanische Enzephalitis im Detail
Übertragen von nachtaktiven Mücken in Reisanbaugebieten und in der Nähe von Schweinehaltung. Das CDC Yellow Book verortet die höchsten Fallzahlen in den Nordprovinzen um Hanoi sowie im Nordwesten und Nordosten an der Grenze zu China, mit Saison von Mai bis Oktober. Empfohlen wird die Impfung bei Aufenthalten ab einem Monat, bei kürzeren Reisen mit viel Zeit im ländlichen Raum ist sie zu erwägen. Für eine Städtereise über wenige Tage nicht.
Tollwut im Detail
Sinnvoll bei längeren Aufenthalten, viel Zeit auf dem Land, Trekking oder Arbeit mit Tieren. Wer geimpft ist, braucht nach einem Biss immer noch eine Nachbehandlung, aber kein Immunglobulin, und das vereinfacht die Lage abseits größerer Städte erheblich.
Malaria: was die Quellen sagen und wo sie sich unterscheiden
Für die typische Vietnam-Route ist Malaria kein Thema. Das US-CDC nennt Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang, Hai Phong, Nha Trang und Quy Nhon ausdrücklich als Gebiete ohne Risiko und beschreibt die Übertragung als auf ländliche Gebiete beschränkt, mit seltenen Fällen im Mekong- und im Roten-Fluss-Delta. Das Auswärtige Amt beschreibt ein ganzjähriges Risiko und berichtet von Mefloquin-Resistenz.
Bei der Frage, was man deshalb tun soll, gehen die Empfehlungen auseinander. Das Tropeninstitut der LMU stuft das Risiko als gering ein und hält Prophylaxe wie Notfallmedikament derzeit für nicht erforderlich. Das CRM empfiehlt, zusätzlich zum Mückenschutz ein Notfallmedikament zur Selbstbehandlung mitzuführen. Das US-CDC empfiehlt für zehn namentlich genannte Provinzen, darunter Bình Phước, Đắk Lắk, Gia Lai, Kon Tum, Lâm Đồng, Khánh Hòa, Ninh Thuận und Tây Ninh, eine Chemoprophylaxe mit Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin oder Tafenoquin, für die Deltas dagegen nur Mückenschutz.
Übersetzt heißt das: Wer zwischen den Städten, der Küste und der Halong-Bucht unterwegs ist, braucht Mückenschutz und sonst nichts. Wer im zentralen Hochland oder im Südosten längere Zeit ländlich übernachtet, klärt das individuell ab. Diese Seite kann diese Entscheidung nicht für dich treffen, und keine der drei Quellen tut es pauschal.
Klinik, Notruf und was es kostet
Das Auswärtige Amt formuliert deutlich: Die medizinische Versorgung im Land sei mit der in Europa nicht zu vergleichen, Standards vielfach technisch, apparativ oder hygienisch problematisch, und eine notfallärztliche Versorgung gebe es nicht. In Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt liegt das Niveau höher, dort gibt es internationale Häuser mit englischsprachigem Personal und 24-Stunden-Notaufnahme.
| Einrichtung | Ort | Wofür |
|---|---|---|
| Hanoi French Hospital | 1 Phuong Mai Street, Hanoi | Krankenhaus mit Notaufnahme rund um die Uhr, Website auf Englisch und Französisch. Notfallnummer laut eigener Website: (84-24) 3574 1111. |
| Family Medical Practice | Hanoi (Van Phuc Compound, Ba Dinh), Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang | Internationale Praxis mit 24/7-Betrieb. Der übliche erste Anlaufpunkt, wenn es kein Krankenhausfall ist. |
| Vinmec | Times City Hanoi, Central Park Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang und weitere | Privates Krankenhausnetz, die beiden großen Häuser JCI-akkreditiert. |
| FV Hospital | District 7, Ho-Chi-Minh-Stadt | Privatklinik mit Notaufnahme, JCI-akkreditiert, seit 2003. |
| Raffles Medical | Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Vung Tau | Internationale Praxen, veröffentlichen ihre Preisliste online. |
Belastbare Preise sind selten öffentlich. Raffles Medical Vietnam veröffentlicht seine Liste: eine Standardkonsultation bis 30 Minuten kostet dort 2.009.000 VND beim einheimischen Arzt und 2.210.000 VND beim ausländischen Arzt, außerhalb der Öffnungszeiten 2.612.000 beziehungsweise 4.017.000 VND, eine fachärztliche Konsultation 3.107.000 VND. Bei rund 30.000 VND je Euro liegt das zwischen etwa 65 und 135 Euro, und zwar ohne Medikamente, Labor und Bildgebung. Bei anderen internationalen Häusern findest du keine veröffentlichte Liste; die Größenordnung dort ist unklar, planbar ist nur, dass sie in derselben Liga spielt. Ein staatliches Krankenhaus ist ein Bruchteil davon, dafür ohne englischsprachige Betreuung und mit langen Wartezeiten.
Notrufnummern in Vietnam
- 115 Rettungsdienst
- 113 Polizei
- 114 Feuerwehr
- +49 30 5000-2000 Bürgerservice des Auswärtigen Amts, rund um die Uhr
Die vietnamesischen Nummern werden in der Regel auf Vietnamesisch bedient. In der Stadt ist es realistischer, mit Grab direkt zur nächsten internationalen Klinik zu fahren, als auf einen Rettungswagen zu warten. Speichere die Nummer deiner Versicherung und der Klinik vor Ort ab, solange du noch WLAN hast.
Medikamente nach Vietnam einführen
Für gewöhnliche verschreibungspflichtige Medikamente im persönlichen Reisebedarf gibt es keine Deklarationspflicht, solange die Menge zur Reisedauer passt. Wichtig ist die Verpackung: Die vietnamesische Botschaft verlangt Etiketten, aus denen Präparatname, Wirkstoff, Konzentration, Menge und Verfallsdatum hervorgehen. Nimm die Sachen also im Original mit und nicht in einer Pillendose sortiert.
Anders sieht es bei Betäubungsmitteln und psychotropen Stoffen aus. Die müssen deklariert werden, und es gelten Höchstmengen: sieben Tagesdosen bei Betäubungsmitteln, zehn Tagesdosen bei psychotropen Mitteln und Ausgangsstoffen, jeweils nach der ärztlichen Verordnung. Wer mehr braucht, kann das bei der Einreise mit ärztlichem Nachweis anmelden, die Entscheidung liegt dann im Einzelfall beim Zoll.
Das Attest gehört auf Englisch mit Name und Alter, Präparat und Wirkstärke, Menge und Behandlungsdauer, Dosierung sowie Name, Unterschrift und Adresse der ausstellenden Praxis oder Klinik. Wenn du unsicher bist, ob dein Medikament unter die Beschränkungen fällt, frag vor der Reise bei der vietnamesischen Botschaft nach. Das ist eine Mail, die dir am Flughafen viel ersparen kann.
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Häufige Fragen zur Reiseapotheke für Vietnam
Was muss wirklich in die Reiseapotheke für Vietnam?
Alles, was du nachts sofort brauchst oder nicht durch ein fremdes Präparat ersetzen willst: deine Dauermedikation im Original, ein Durchfallmittel, Elektrolytpulver, ein Schmerz- und Fiebermittel, Wunddesinfektion und Verbandmaterial, ein Antihistaminikum, Sonnenschutz und Mückenschutz mit DEET oder Icaridin. Der Rest ist vor Ort günstig zu bekommen. Die individuelle Zusammenstellung gehört in eine reisemedizinische Beratung 6–8 Wochen vor Abflug.
Bekommt man Medikamente in Vietnam rezeptfrei?
In der Praxis oft ja. Apotheken heißen nhà thuốc und sind in Städten dicht gesät. Formal gilt für viele Mittel Rezeptpflicht, durchgesetzt wird sie außerhalb von Krankenhausapotheken unregelmäßig. Ketten wie Long Châu, Pharmacity und An Khang haben feste ausgezeichnete Preise und sind die verlässlichere Wahl. Dass Antibiotika oft ohne Rezept herausgegeben werden, ist kein Grund, sie selbst zu nehmen.
Brauche ich für Vietnam eine Malariaprophylaxe?
Für die üblichen Routen in aller Regel nicht. Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang, Hai Phong, Nha Trang und Quy Nhon gelten beim US-CDC als malariafrei, in den Deltas sind Fälle selten. Restrisiko besteht ländlich, vor allem im zentralen Hochland und im Südosten. Die Fachquellen bewerten die Konsequenz unterschiedlich: Das Tropeninstitut der LMU hält derzeit weder Prophylaxe noch Notfallmedikament für erforderlich, das CRM empfiehlt ein Notfallmedikament, das US-CDC für zehn genannte Provinzen eine Chemoprophylaxe. Das gehört in eine reisemedizinische Beratung.
Welche Impfungen werden für Vietnam empfohlen?
Pflichtimpfungen für die direkte Einreise aus Deutschland gibt es laut Auswärtigem Amt keine. Genannt werden Hepatitis A sowie bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Dengue. Ob das auf deine Reise zutrifft, klärst du reisemedizinisch, sinnvollerweise 6–8 Wochen vor Abflug, weil mehrere Impfungen aus zwei oder drei Dosen bestehen.
Was kostet ein Arztbesuch in Vietnam?
Raffles Medical Vietnam veröffentlicht seine Preise: Standardkonsultation bis 30 Minuten 2.009.000 VND beim einheimischen und 2.210.000 VND beim ausländischen Arzt, außerhalb der Öffnungszeiten 2.612.000 beziehungsweise 4.017.000 VND, Facharzt 3.107.000 VND. Bei rund 30.000 VND je Euro sind das etwa 65 bis 135 Euro, ohne Medikamente, Labor und Bildgebung. Für andere internationale Häuser gibt es keine veröffentlichte Liste. Staatliche Krankenhäuser sind deutlich günstiger, sprachlich und organisatorisch aber schwierig.
Darf ich meine Medikamente nach Vietnam mitnehmen?
Normale verschreibungspflichtige Medikamente im Reisebedarf sind unproblematisch, wenn sie in der Originalpackung mit lesbarem Etikett stecken. Betäubungsmittel und psychotrope Stoffe müssen deklariert werden; die vietnamesische Botschaft nennt sieben Tagesdosen bei Betäubungsmitteln und zehn bei psychotropen Mitteln oder Ausgangsstoffen, jeweils nach ärztlicher Verordnung. Nimm ein englischsprachiges Attest mit Name, Alter, Präparat, Wirkstärke, Menge, Dosierung sowie Name, Unterschrift und Adresse der Praxis mit.
Quellen
Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Vietnam (Gesundheit, medizinische Versorgung, Straßenverkehr) · US-CDC Travelers' Health und CDC Yellow Book, Vietnam (Impfungen, Malariaregionen, Japanische Enzephalitis) · Tropeninstitut der LMU München, Länderinformation Vietnam und Krankheitsmeldungen vom 22. Oktober 2025 und 26. August 2026 · CRM Centrum für Reisemedizin, Länderinformation Vietnam · IQAir, Luftqualität Hanoi · Raffles Medical Vietnam, veröffentlichte Preisliste · Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Hinweise zur Einfuhr von Medikamenten. Stand 28. August 2026. Angaben zu Risikogebieten und Impfempfehlungen ändern sich; prüfe vor der Reise die aktuelle Fassung der jeweiligen Quelle.
