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Reise nach Tokio
Städtereise

Tokio Reise planen: Viertel, Bahnkarten und die richtige Reisezeit

Eine Stadt aus einem Dutzend Zentren – wer das richtige Viertel wählt und den Nahverkehr versteht, spart in Tokio jeden Tag Stunden.

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Über Tokio

Tokio wird gern als "größte Stadt der Welt" beschrieben, und genau dieses Bild führt bei der Planung in die Irre. Tokio hat kein Zentrum, sondern ein gutes Dutzend davon. Shinjuku, Shibuya, Asakusa, Ginza und Akihabara funktionieren jeweils wie eine eigene Großstadt: eigener Bahnhof, eigenes Publikum, eigener Rhythmus. Wer versucht, an einem Tag "alles" zu sehen, verbringt den Tag in der Bahn.

Die wichtigste Entscheidung fällt deshalb vor der Buchung, und sie betrifft nicht die Sehenswürdigkeiten, sondern das Hotelviertel. Der Rest ist erstaunlich unkompliziert: Der Nahverkehr ist pünktlich und durchgehend auch lateinisch beschildert, Kriminalität gegen Reisende ist selten, und Englisch reicht in Hotels, Bahnhöfen und größeren Restaurants meistens aus. Wie sich das Preisniveau im Land zusammensetzt, lesen Sie im Überblick zu den Kosten in Japan; für die Einbettung in eine Rundreise siehe Japan.

Tokio hat kein Zentrum – die Viertelwahl ist Ihre wichtigste Entscheidung

Fragen Sie in Tokio nach "der Innenstadt", bekommen Sie eine Gegenfrage. Die Stadt besteht aus mehreren gleichrangigen Zentren, zwischen denen jeweils 20 bis 40 Minuten Bahnfahrt liegen. Wo Sie schlafen, entscheidet deshalb darüber, wie viel Zeit Sie täglich verlieren.

Shinjuku: Der praktischste Ausgangspunkt. Alles fährt hier ab, die Auswahl an Hotels und Restaurants ist riesig, es ist laut und nachts hell. Gut für erste Reisen und für alle, die viel unterwegs sind.

Shibuya: Jünger, voller, modelastig. Ähnlich gut angebunden wie Shinjuku, abends noch eine Spur trubeliger.

Asakusa: Alt-Tokio im Nordosten, Tempel, Handwerksläden, ruhigere Abende und meist günstigere Zimmer. Dafür sitzen Sie am Rand des Netzes und fahren zu vielem länger.

Ginza: Gehobene Einkaufsstraßen, Kaufhäuser, gute Restaurants, abends vergleichsweise still. Zentral gelegen, aber die teuerste Adresse.

Akihabara: Elektronik, Manga, Spielhallen. Als Wohnort speziell, als Nachmittagsziel ein eigenes Kapitel.

Empfehlung aus der Praxis: Wählen Sie ein Viertel an der Yamanote-Ringlinie und bleiben Sie dort. Zweimal im Aufenthalt das Hotel zu wechseln, kostet in Tokio mehr Zeit und Nerven, als es an Fahrzeit spart.

Vom Flughafen in die Stadt: Narita ist nicht Tokio

Tokio hat zwei Flughäfen, und der Unterschied ist größer, als die Buchungsmaske vermuten lässt.

Narita liegt weit außerhalb in der Präfektur Chiba. Von dort brauchen Sie mit Keisei Skyliner oder Narita Express etwa eine Stunde bis in die Stadt, mit dem Flughafenbus je nach Verkehr auch deutlich länger. Rechnen Sie Tür zu Tür lieber mit zwei Stunden.

Haneda liegt dagegen im Süden der Stadt selbst. Mit Monorail oder Keikyu-Linie sind Sie in etwa einer halben Stunde im Zentrum – ein echter Vorteil, besonders bei später Ankunft oder frühem Abflug.

Praktische Konsequenzen: Prüfen Sie beim Preisvergleich, welcher Flughafen im Angebot steckt; ein günstigerer Flug nach Narita kann den Vorsprung durch Transferzeit und Transferkosten wieder verlieren. Tipps zur Suche finden Sie unter Flüge günstig buchen.

Für den Rückflug ab Narita gilt: Puffer einplanen. Und wenn Sie mit großem Gepäck reisen, nutzen Sie den japanischen Gepäckversand (takkyubin) vom Flughafenschalter ins Hotel – Sie fahren dann nur mit Handgepäck durch volle Bahnhöfe, in denen Aufzüge nicht überall selbstverständlich sind.

Suica statt JR Pass: der häufigste Planungsfehler

Der Japan Rail Pass taucht in fast jedem Reiseblog auf, und für Tokio allein ist er in der Regel die falsche Wahl. Er gilt nur auf Strecken der JR-Gesellschaften – innerhalb Tokios also im Wesentlichen auf der Yamanote-Linie – und ausdrücklich nicht in der Tokyo Metro und den Toei-Linien, mit denen Sie den größten Teil Ihrer Wege zurücklegen. Nachdem der Preis deutlich angehoben wurde, rechnet er sich meist erst, wenn Sie mehrere längere Shinkansen-Strecken im Land fahren, etwa nach Kyoto, Hiroshima oder Kanazawa.

Was Sie stattdessen brauchen: eine aufladbare IC-Karte, Suica oder Pasmo. Prinzip: Karte an die Schranke halten beim Einsteigen, an die Schranke halten beim Aussteigen, der Fahrpreis wird automatisch abgebucht. Dieselbe Karte funktioniert in Bussen, an Getränkeautomaten und in praktisch jedem Convenience Store. Auf dem iPhone lässt sich Suica direkt in der Wallet anlegen und mit Kreditkarte aufladen, was das zeitweise knappe Angebot an physischen Karten umgeht.

Drei Dinge, die Neulinge kosten:

  • Tokio wird von mehreren Betreibern bedient. Wer zwischen JR und Metro umsteigt, zahlt zweimal einen Grundpreis. Die Routen-Apps zeigen das an – wählen Sie im Zweifel die Verbindung mit einem Betreiber statt der nominell schnellsten.
  • Große Bahnhöfe sind Städte. Shinjuku hat weit über hundert Ausgänge; merken Sie sich die Ausgangsnummer, nicht die Himmelsrichtung.
  • Der Betrieb endet ungefähr um Mitternacht und beginnt gegen fünf Uhr morgens. Danach bleiben nur Taxis, und die sind teuer. Wer abends lange ausgeht, plant die letzte Bahn ein oder gleich die ganze Nacht.
  • Kirschblüte, Schwüle und Regenzeit: wann Sie kommen sollten

    Kirschblüte (sakura): In Tokio liegt sie meist Ende März bis Anfang April. Der genaue Zeitpunkt schwankt jährlich um ein bis zwei Wochen und lässt sich erst wenige Wochen vorher seriös prognostizieren – die Blüte selbst hält dann nur ungefähr eine Woche. Wer die Reise komplett darauf ausrichtet, geht ein Risiko ein und zahlt zugleich die höchsten Hotelpreise des Jahres.

    Golden Week: Ende April bis Anfang Mai liegen mehrere Feiertage dicht beieinander, ganz Japan ist unterwegs. Züge und Hotels sind früh ausgebucht. Diese Woche meiden, wenn es sich einrichten lässt.

    Regenzeit (tsuyu): etwa Juni bis Mitte Juli. Es regnet nicht durchgehend, aber die Luftfeuchtigkeit ist hoch und Aussichten fallen oft ins Wasser.

    Sommer: Juli und August sind in Tokio heiß und ausgesprochen schwül; Tage über 35 Grad sind normal. Für lange Fußwege durch die Stadt ist das anstrengender, als die Zahl vermuten lässt. Im Spätsommer und Frühherbst können Taifune Flüge und Bahnverkehr beeinträchtigen.

    Herbstlaub (koyo): Tokio ist später dran, als viele erwarten – die Färbung erreicht die Stadt meist erst Ende November bis Anfang Dezember. Stabiles Wetter, angenehme Temperaturen, deutlich entspannter als die Kirschblütensaison.

    Winter: kalt, aber trocken und oft sonnig, mit wenig Schnee in der Stadt. Die günstigste und leerste Zeit für eine reine Städtereise.

    Die schönsten Reiseziele in Tokio

    Diese Orte solltest du auf deiner Tokio-Reise nicht auslassen

    Shibuya Crossing

    Die berühmte Kreuzung ist in zwei Minuten gesehen – interessant ist das Viertel drumherum, besonders nach Einbruch der Dunkelheit.

    Senso-ji in Asakusa

    Der älteste Tempel der Stadt, mit der Ladenstraße Nakamise davor. Am frühen Morgen deutlich ruhiger als tagsüber.

    Meiji-Schrein und Harajuku

    Ein bewaldeter Schreinbezirk direkt neben dem lautesten Modeviertel Tokios – der Kontrast ist der eigentliche Punkt.

    Shinjuku

    Hochhausviertel, Rotlichtbezirk Kabukicho und die winzigen Kneipengassen von Omoide Yokocho und Golden Gai auf engstem Raum.

    Toyosu und der äußere Tsukiji-Markt

    Der Großhandel mit den Thunfischauktionen sitzt seit dem Umzug in Toyosu; der äußere Marktbereich in Tsukiji mit Ständen und Imbissen ist geblieben.

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    Reiseinfos

    Währung

    Japanischer Yen (JPY)

    Sprache

    Japanisch (Englisch in Hotels, Bahnhöfen und größeren Restaurants meist ausreichend)

    Reisezeit

    Ende März bis Mai und Oktober bis Anfang Dezember; Sommer heiß und schwül.

    Flugzeit

    Direktflug ab Deutschland etwa 12–14 Std., seit den Umwegen um den russischen Luftraum eher am oberen Ende.

    Beste Reisezeit Detail

  • Kirschblüte: meist Ende März bis Anfang April, jährlich um ein bis zwei Wochen verschoben, Blütedauer nur etwa eine Woche.
  • Golden Week: Ende April bis Anfang Mai, landesweite Ferienzeit – möglichst meiden.
  • Regenzeit (tsuyu): etwa Juni bis Mitte Juli, hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Sommer: Juli und August heiß und schwül, Taifunrisiko im Spätsommer und Frühherbst.
  • Herbstlaub: in Tokio meist erst Ende November bis Anfang Dezember, stabiles Wetter.
  • Winter: kalt, trocken, oft sonnig und wenig besucht.
  • Einreise & Visum

    Für touristische Kurzaufenthalte ist derzeit kein Visum erforderlich. Prüfen Sie die aktuellen Einreisebestimmungen vor der Reise bei den offiziellen Stellen.

    Gut zu wissen

    Kulturelle Besonderheiten & Tipps

    Kein Trinkgeld: Trinkgeld ist in Japan unüblich und kann als irritierend empfunden werden. Geld wird außerdem meist nicht in die Hand gegeben, sondern auf das kleine Tablett an der Kasse gelegt.

    Leise in Bahnen: In Zügen und U-Bahnen wird nicht telefoniert und nur gedämpft gesprochen. Handys stehen auf lautlos, Rucksäcke werden im Gedränge vor den Körper oder ins Gepäcknetz genommen.

    Nicht im Gehen essen: Essen und Trinken unterwegs gilt als unhöflich; man isst neben dem Stand, an dem man gekauft hat. Öffentliche Mülleimer sind selten – rechnen Sie damit, Verpackungen bis zum Hotel mitzunehmen.

    Häufige Fragen

    Alles Wichtige für Ihre Reiseplanung

    Für einen reinen Tokio-Aufenthalt in der Regel nicht. Er gilt nicht in der Tokyo Metro und den Toei-Linien, auf denen Sie die meisten Strecken fahren. Sinnvoll wird er erst, wenn Sie zusätzlich mehrere längere Shinkansen-Fahrten im Land unternehmen. Für die Stadt selbst genügt eine aufladbare Suica- oder Pasmo-Karte.

    Vier bis fünf volle Tage sind ein realistisches Minimum, um mehrere Viertel ohne Hetze zu sehen. Wer Tagesausflüge nach Kamakura, Nikko oder Hakone anhängen möchte, plant besser eine gute Woche ein – die Anfahrten kosten jeweils ein bis zwei Stunden pro Richtung.

    Kartenzahlung ist inzwischen weit verbreitet, aber kleine Restaurants, Schreine, Marktstände und manche Bahntickets funktionieren weiterhin nur bar. Halten Sie immer etwas Bargeld bereit. Geldautomaten in 7-Eleven-Filialen und in Postämtern akzeptieren ausländische Karten zuverlässiger als viele Bankautomaten.

    "In Tokio entscheiden zwei Dinge über den Reiseverlauf: das Hotelviertel und das Verständnis des Bahnnetzes. Beides gehört in die Planung, bevor gebucht wird – nachträglich lässt es sich kaum korrigieren."

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