Toronto Reise planen: Viertel, CN Tower und Niagarafälle
Kanadas größte Stadt ist vor allem eines: vielsprachig. Eine Metropole, in der man sich in einem Nachmittag durch ein halbes Dutzend Einwanderungsgeschichten essen kann.
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Über Toronto
Toronto beeindruckt nicht mit Postkartenmotiven, sondern mit seiner Zusammensetzung. Ein sehr großer Teil der Stadtbevölkerung ist im Ausland geboren, und das prägt den Alltag: In Kensington Market, Chinatown, Greektown auf der Danforth oder Little Italy wechseln Sprache, Küche und Ladenschilder oft innerhalb weniger Straßenzüge. Wer Toronto als Abhaken von Sehenswürdigkeiten plant, wird die Stadt langweilig finden. Wer sie über ihre Viertel und ihr Essen plant, selten.
Für deutsche Reisende ist Toronto außerdem ein bequemer Einstieg nach Kanada: Direktflüge ab mehreren deutschen Flughäfen in etwa acht bis neun Stunden, ein Zeitunterschied von sechs Stunden und eine Innenstadt, die sich zu Fuß und mit Straßenbahn erschließen lässt. Weitere Ziele im Land finden Sie unter Kanada.
Die Viertel: Wo Toronto wirklich stattfindet
Downtown ist der Ort für Aussicht und Sport-Events, aber der Charakter der Stadt sitzt in den Vierteln drumherum:
Für Zwischendurch: Der St. Lawrence Market ist die beste Adresse, um in einer Stunde einen Querschnitt der Stadt zu essen, und die Toronto Islands liefern von der Fähre aus den Skyline-Blick, den man sonst nur von Fotos kennt.
Anreise vom Flughafen Pearson und Fortbewegung in der Stadt
Interkontinentalflüge landen am Toronto Pearson International Airport (YYZ) nordwestlich der Stadt; wie Sie den Langstreckenflug günstiger bekommen, steht in unserem Guide zum günstigen Flüge buchen. Die verlässlichste Verbindung in die Innenstadt ist der UP Express, ein eigener Flughafenzug zur Union Station im Herzen von Downtown. Er braucht rund 25 Minuten, fährt tagsüber im dichten Takt und ist damit fast immer schneller als Taxi oder Fahrdienst – die Autobahnen Richtung Innenstadt stehen zu den Stoßzeiten zuverlässig.
In der Stadt selbst fahren U-Bahn, Busse und die Straßenbahnen (Streetcars) der TTC. Die Streetcars auf King, Queen, Dundas und Spadina bringen Sie fast überall hin, wo Sie hinwollen, und sind für Erstbesucher die angenehmste Art, sich zu orientieren. Bezahlt wird mit einer aufladbaren Verkehrskarte oder kontaktlos mit Karte oder Handy.
Eine Verkehrsregel, die Deutsche überrascht: Viele Streetcars halten mitten auf der Fahrbahn, und die Fahrgäste steigen dort direkt auf die Straße aus. Der nachfolgende Autoverkehr muss hinter der geöffneten Tür halten. Als Fußgänger heißt das: Sie steigen in den fließenden Verkehr aus – kurz schauen, bevor Sie den Fuß auf die Fahrbahn setzen. Als Mietwagenfahrer heißt es: Anhalten, auch wenn hinter Ihnen gehupt wird. Ebenfalls ungewohnt ist das erlaubte Rechtsabbiegen bei Rot nach vollständigem Halt, sofern kein Schild es ausdrücklich verbietet.
Ein Mietwagen ist für die Stadt selbst überflüssig und wegen der Parksituation eher lästig. Sinnvoll wird er erst für Ausflüge ins Umland.
Preise ohne Steuer, Trinkgeld mit System: die häufigste Fehlkalkulation
Das ist der Punkt, an dem sich fast jeder deutsche Besucher einmal verrechnet: Ausgezeichnete Preise sind Nettopreise. Was am Regal, auf der Speisekarte oder auf dem Preisschild steht, ist der Betrag vor Steuer. Die Verkaufssteuer kommt erst an der Kasse dazu – die Rechnung fällt also grundsätzlich höher aus als das, was Sie gelesen haben. Wer knapp kalkuliert oder mit Bargeld hantiert, sollte das immer mitdenken.
Trinkgeld ist keine Geste, sondern eingeplanter Lohnbestandteil. In Restaurants mit Bedienung, in Bars, bei Taxi- und Fahrdiensten sowie bei Friseuren und Touren gelten 15 bis 20 Prozent als Norm. Weniger wird als Beschwerde verstanden, gar nichts als Affront. Die Kartenterminals schlagen beim Bezahlen selbst Prozentwerte vor; Sie können den Betrag frei anpassen, aber achten Sie darauf, auf welcher Grundlage gerechnet wird. An der Bar ist ein fester kleiner Betrag pro Getränk üblich.
Zusammengenommen liegt eine Restaurantrechnung damit spürbar über dem Kartenpreis. Rechnen Sie beim Budget grob mit einem Aufschlag in dieser Größenordnung, dann gibt es am Ende der Reise keine Überraschung.
Zur Einreise: Wer per Flugzeug nach Kanada kommt und kein Visum benötigt, braucht in aller Regel eine vorab online beantragte elektronische Reisegenehmigung (eTA), die mit dem Reisepass verknüpft wird. Beantragen Sie sie ausschließlich über die offizielle kanadische Regierungsseite und nicht über Vermittlerportale, und prüfen Sie die aktuellen Bestimmungen rechtzeitig vor Abflug beim Auswärtigen Amt beziehungsweise den kanadischen Behörden.
Tagesausflug zu den Niagarafällen – und die Grenzfalle
Die Niagarafälle liegen rund anderthalb Stunden Fahrt südlich von Toronto und sind der klassische Tagesausflug. Von der kanadischen Seite haben Sie den frontalen Blick auf die Horseshoe Falls – landschaftlich ist das die deutlich bessere Position, ein Grenzübertritt ist dafür nicht nötig.
Was Sie wissen sollten: Der Ort selbst ist zweigeteilt. Die Fälle sind großartig, das angrenzende Vergnügungsviertel rund um Clifton Hill mit Wachsfiguren und Spielhallen ist Rummel. Wer noch Zeit hat, fährt besser weiter nach Niagara-on-the-Lake, einem hübschen Weinort am Ontariosee, oder durch die Weinregion drumherum.
Die Falle: Der Fußweg über die Rainbow Bridge auf die amerikanische Seite ist eine echte Einreise in die USA. Das bedeutet Grenzkontrolle mit allem, was dazugehört: gültiger Reisepass, gegebenenfalls eine vorab beantragte Einreisegenehmigung, Wartezeit – und bei der Rückkehr erneut eine Kontrolle nach Kanada. Spontan „mal eben rüberlaufen“ funktioniert nicht. Wer ohnehin eine Weiterreise in die USA plant, sollte das getrennt vorbereiten und nicht in einen Tagesausflug quetschen.
Saison: Im Sommer laufen die Bootstouren an die Fälle, im Winter sind sie eingestellt, dafür sind die vereisten Fälle ein eigenes Motiv. Anreisen können Sie mit organisierter Bustour, Mietwagen oder – in der wärmeren Jahreshälfte – mit dem Regionalverkehr; prüfen Sie die aktuellen Verbindungen kurz vor der Reise, das Angebot ist saisonabhängig.
Die schönsten Reiseziele in Toronto
Diese Orte solltest du auf deiner Toronto-Reise nicht auslassen
CN Tower
Das Wahrzeichen der Stadt mit Glasboden und Rundumblick über den Ontariosee. Zeitfenster vorab buchen, sonst stehen Sie im Erdgeschoss länger als oben.
Kensington Market
Bunte viktorianische Häuser, Vintage-Läden und Imbisse aus aller Welt – direkt neben Chinatown und am besten zu Fuß zu erkunden.
Distillery District
Ehemalige Whiskeybrennerei aus dem 19. Jahrhundert, autofrei, Kopfsteinpflaster, Galerien und Cafés. Im Advent Standort eines großen Weihnachtsmarkts.
Toronto Islands
Fähre von der Innenstadt, Blick auf die Skyline von der Wasserseite. Im Sommer die entspannteste Halbtagestour der Stadt.
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Reiseinfos
Währung
Kanadischer Dollar (CAD)
Sprache
Englisch (Amtssprachen Kanadas: Englisch und Französisch)
Reisezeit
Mai bis Oktober; der Herbst mit dem Indian Summer ist besonders schön.
Flugzeit
Direktflug ab Deutschland etwa 8 bis 9 Std.
Beste Reisezeit Detail
Kein Visum für Touristen, bei Anreise per Flugzeug ist aber in der Regel eine vorab beantragte elektronische Reisegenehmigung (eTA) nötig. Aktuelle Vorgaben bei den offiziellen kanadischen Stellen prüfen.
Gut zu wissen
Kulturelle Besonderheiten & Tipps
Small Talk gehört dazu: "How are you?" an Kasse und Tresen ist eine Begrüßung, keine echte Frage. Ein kurzes freundliches "Good, thanks" reicht völlig – wortloses Bezahlen wirkt hier unhöflich.
Ausweis griffbereit halten: In Bars und beim Alkoholkauf wird häufig unabhängig vom erkennbaren Alter nach einem amtlichen Lichtbildausweis mit Geburtsdatum gefragt. Reisepass oder Führerschein einstecken.
Im Winter ist der PATH Ihr Freund: Unter der Innenstadt verläuft ein weitläufiges unterirdisches Wegenetz mit Läden und Verbindungen zwischen Bürotürmen und Bahnhof. An eisigen Tagen kommen Sie darüber trocken und windgeschützt durch Downtown.
Häufige Fragen
Alles Wichtige für Ihre Reiseplanung
"Bei Toronto entscheiden Reisezeit und Kalkulation über den Eindruck: eine Woche im Februar erlebt eine völlig andere Stadt als eine Woche im Oktober, und Nettopreise plus Trinkgeld verschieben jedes Budget. Solche Punkte gehören früh in die Planung – mit neario halten Sie sie an einer Stelle fest."
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Mind. 72h vor Abflug. Offizielle Seite nutzen.
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