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Reise nach Toronto
Städtereise

Toronto Reise planen: Viertel, CN Tower und Niagarafälle

Kanadas größte Stadt ist vor allem eines: vielsprachig. Eine Metropole, in der man sich in einem Nachmittag durch ein halbes Dutzend Einwanderungsgeschichten essen kann.

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Über Toronto

Toronto beeindruckt nicht mit Postkartenmotiven, sondern mit seiner Zusammensetzung. Ein sehr großer Teil der Stadtbevölkerung ist im Ausland geboren, und das prägt den Alltag: In Kensington Market, Chinatown, Greektown auf der Danforth oder Little Italy wechseln Sprache, Küche und Ladenschilder oft innerhalb weniger Straßenzüge. Wer Toronto als Abhaken von Sehenswürdigkeiten plant, wird die Stadt langweilig finden. Wer sie über ihre Viertel und ihr Essen plant, selten.

Für deutsche Reisende ist Toronto außerdem ein bequemer Einstieg nach Kanada: Direktflüge ab mehreren deutschen Flughäfen in etwa acht bis neun Stunden, ein Zeitunterschied von sechs Stunden und eine Innenstadt, die sich zu Fuß und mit Straßenbahn erschließen lässt. Weitere Ziele im Land finden Sie unter Kanada.

Die Viertel: Wo Toronto wirklich stattfindet

Downtown ist der Ort für Aussicht und Sport-Events, aber der Charakter der Stadt sitzt in den Vierteln drumherum:

  • Kensington Market: Ein Häuserblock-Gewirr aus Vintage-Läden, Empanada- und Taco-Buden, karibischen Lebensmittelhändlern und Cafés. An einzelnen Sonntagen im Sommer sind die Straßen autofrei, dann verwandelt sich das Viertel in ein Straßenfest.
  • Chinatown: Beginnt direkt östlich davon entlang der Spadina Avenue. Beide Viertel lassen sich in einem Nachmittag verbinden – und genau diese Kombination erklärt Toronto besser als jeder Aussichtsturm.
  • Queen West und West Queen West: Boutiquen, Plattenläden, Bars und die Graffiti Alley, eine über mehrere Blocks bemalte Hinterhofgasse. Der angrenzende Trinity Bellwoods Park ist bei gutem Wetter die Wohnzimmerwiese der Nachbarschaft.
  • Distillery District: Restaurierte Backsteingebäude einer alten Brennerei, komplett autofrei. Hübsch, gut kuratiert und entsprechend besucht – morgens oder am späten Abend am angenehmsten.
  • Greektown, Little Italy und Little India: Entlang der Danforth Avenue, der College Street und der Gerrard Street East. Hier essen Sie deutlich besser und günstiger als in den Downtown-Restaurants rund um die Hotels.
  • Für Zwischendurch: Der St. Lawrence Market ist die beste Adresse, um in einer Stunde einen Querschnitt der Stadt zu essen, und die Toronto Islands liefern von der Fähre aus den Skyline-Blick, den man sonst nur von Fotos kennt.

    Anreise vom Flughafen Pearson und Fortbewegung in der Stadt

    Interkontinentalflüge landen am Toronto Pearson International Airport (YYZ) nordwestlich der Stadt; wie Sie den Langstreckenflug günstiger bekommen, steht in unserem Guide zum günstigen Flüge buchen. Die verlässlichste Verbindung in die Innenstadt ist der UP Express, ein eigener Flughafenzug zur Union Station im Herzen von Downtown. Er braucht rund 25 Minuten, fährt tagsüber im dichten Takt und ist damit fast immer schneller als Taxi oder Fahrdienst – die Autobahnen Richtung Innenstadt stehen zu den Stoßzeiten zuverlässig.

    In der Stadt selbst fahren U-Bahn, Busse und die Straßenbahnen (Streetcars) der TTC. Die Streetcars auf King, Queen, Dundas und Spadina bringen Sie fast überall hin, wo Sie hinwollen, und sind für Erstbesucher die angenehmste Art, sich zu orientieren. Bezahlt wird mit einer aufladbaren Verkehrskarte oder kontaktlos mit Karte oder Handy.

    Eine Verkehrsregel, die Deutsche überrascht: Viele Streetcars halten mitten auf der Fahrbahn, und die Fahrgäste steigen dort direkt auf die Straße aus. Der nachfolgende Autoverkehr muss hinter der geöffneten Tür halten. Als Fußgänger heißt das: Sie steigen in den fließenden Verkehr aus – kurz schauen, bevor Sie den Fuß auf die Fahrbahn setzen. Als Mietwagenfahrer heißt es: Anhalten, auch wenn hinter Ihnen gehupt wird. Ebenfalls ungewohnt ist das erlaubte Rechtsabbiegen bei Rot nach vollständigem Halt, sofern kein Schild es ausdrücklich verbietet.

    Ein Mietwagen ist für die Stadt selbst überflüssig und wegen der Parksituation eher lästig. Sinnvoll wird er erst für Ausflüge ins Umland.

    Preise ohne Steuer, Trinkgeld mit System: die häufigste Fehlkalkulation

    Das ist der Punkt, an dem sich fast jeder deutsche Besucher einmal verrechnet: Ausgezeichnete Preise sind Nettopreise. Was am Regal, auf der Speisekarte oder auf dem Preisschild steht, ist der Betrag vor Steuer. Die Verkaufssteuer kommt erst an der Kasse dazu – die Rechnung fällt also grundsätzlich höher aus als das, was Sie gelesen haben. Wer knapp kalkuliert oder mit Bargeld hantiert, sollte das immer mitdenken.

    Trinkgeld ist keine Geste, sondern eingeplanter Lohnbestandteil. In Restaurants mit Bedienung, in Bars, bei Taxi- und Fahrdiensten sowie bei Friseuren und Touren gelten 15 bis 20 Prozent als Norm. Weniger wird als Beschwerde verstanden, gar nichts als Affront. Die Kartenterminals schlagen beim Bezahlen selbst Prozentwerte vor; Sie können den Betrag frei anpassen, aber achten Sie darauf, auf welcher Grundlage gerechnet wird. An der Bar ist ein fester kleiner Betrag pro Getränk üblich.

    Zusammengenommen liegt eine Restaurantrechnung damit spürbar über dem Kartenpreis. Rechnen Sie beim Budget grob mit einem Aufschlag in dieser Größenordnung, dann gibt es am Ende der Reise keine Überraschung.

    Zur Einreise: Wer per Flugzeug nach Kanada kommt und kein Visum benötigt, braucht in aller Regel eine vorab online beantragte elektronische Reisegenehmigung (eTA), die mit dem Reisepass verknüpft wird. Beantragen Sie sie ausschließlich über die offizielle kanadische Regierungsseite und nicht über Vermittlerportale, und prüfen Sie die aktuellen Bestimmungen rechtzeitig vor Abflug beim Auswärtigen Amt beziehungsweise den kanadischen Behörden.

    Tagesausflug zu den Niagarafällen – und die Grenzfalle

    Die Niagarafälle liegen rund anderthalb Stunden Fahrt südlich von Toronto und sind der klassische Tagesausflug. Von der kanadischen Seite haben Sie den frontalen Blick auf die Horseshoe Falls – landschaftlich ist das die deutlich bessere Position, ein Grenzübertritt ist dafür nicht nötig.

    Was Sie wissen sollten: Der Ort selbst ist zweigeteilt. Die Fälle sind großartig, das angrenzende Vergnügungsviertel rund um Clifton Hill mit Wachsfiguren und Spielhallen ist Rummel. Wer noch Zeit hat, fährt besser weiter nach Niagara-on-the-Lake, einem hübschen Weinort am Ontariosee, oder durch die Weinregion drumherum.

    Die Falle: Der Fußweg über die Rainbow Bridge auf die amerikanische Seite ist eine echte Einreise in die USA. Das bedeutet Grenzkontrolle mit allem, was dazugehört: gültiger Reisepass, gegebenenfalls eine vorab beantragte Einreisegenehmigung, Wartezeit – und bei der Rückkehr erneut eine Kontrolle nach Kanada. Spontan „mal eben rüberlaufen“ funktioniert nicht. Wer ohnehin eine Weiterreise in die USA plant, sollte das getrennt vorbereiten und nicht in einen Tagesausflug quetschen.

    Saison: Im Sommer laufen die Bootstouren an die Fälle, im Winter sind sie eingestellt, dafür sind die vereisten Fälle ein eigenes Motiv. Anreisen können Sie mit organisierter Bustour, Mietwagen oder – in der wärmeren Jahreshälfte – mit dem Regionalverkehr; prüfen Sie die aktuellen Verbindungen kurz vor der Reise, das Angebot ist saisonabhängig.

    Die schönsten Reiseziele in Toronto

    Diese Orte solltest du auf deiner Toronto-Reise nicht auslassen

    CN Tower

    Das Wahrzeichen der Stadt mit Glasboden und Rundumblick über den Ontariosee. Zeitfenster vorab buchen, sonst stehen Sie im Erdgeschoss länger als oben.

    Kensington Market

    Bunte viktorianische Häuser, Vintage-Läden und Imbisse aus aller Welt – direkt neben Chinatown und am besten zu Fuß zu erkunden.

    Distillery District

    Ehemalige Whiskeybrennerei aus dem 19. Jahrhundert, autofrei, Kopfsteinpflaster, Galerien und Cafés. Im Advent Standort eines großen Weihnachtsmarkts.

    Toronto Islands

    Fähre von der Innenstadt, Blick auf die Skyline von der Wasserseite. Im Sommer die entspannteste Halbtagestour der Stadt.

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    Reiseinfos

    Währung

    Kanadischer Dollar (CAD)

    Sprache

    Englisch (Amtssprachen Kanadas: Englisch und Französisch)

    Reisezeit

    Mai bis Oktober; der Herbst mit dem Indian Summer ist besonders schön.

    Flugzeit

    Direktflug ab Deutschland etwa 8 bis 9 Std.

    Beste Reisezeit Detail

  • Mai bis Juni: Alles öffnet wieder, angenehme Temperaturen, Parks und Terrassen füllen sich.
  • Juli bis August: Warm bis schwül, Hochsaison für Festivals, Toronto Islands und Waterfront.
  • September bis Oktober: Die beste Zeit. Klare Luft, milde Tage, Indian Summer mit kräftiger Laubfärbung, weniger Andrang.
  • November bis März: Kalt, windig und lang. Für einen reinen Städtetrip machbar, wenn Sie auf Museen, Konzerte und Sport setzen – warme Kleidung ist keine Option, sondern Voraussetzung.
  • Einreise & Visum

    Kein Visum für Touristen, bei Anreise per Flugzeug ist aber in der Regel eine vorab beantragte elektronische Reisegenehmigung (eTA) nötig. Aktuelle Vorgaben bei den offiziellen kanadischen Stellen prüfen.

    Gut zu wissen

    Kulturelle Besonderheiten & Tipps

    Small Talk gehört dazu: "How are you?" an Kasse und Tresen ist eine Begrüßung, keine echte Frage. Ein kurzes freundliches "Good, thanks" reicht völlig – wortloses Bezahlen wirkt hier unhöflich.

    Ausweis griffbereit halten: In Bars und beim Alkoholkauf wird häufig unabhängig vom erkennbaren Alter nach einem amtlichen Lichtbildausweis mit Geburtsdatum gefragt. Reisepass oder Führerschein einstecken.

    Im Winter ist der PATH Ihr Freund: Unter der Innenstadt verläuft ein weitläufiges unterirdisches Wegenetz mit Läden und Verbindungen zwischen Bürotürmen und Bahnhof. An eisigen Tagen kommen Sie darüber trocken und windgeschützt durch Downtown.

    Häufige Fragen

    Alles Wichtige für Ihre Reiseplanung

    Mai bis Oktober. Der Winter ist in Toronto wirklich kalt und vor allem lang – von November bis in den März hinein muss man mit Frost, Schnee und schneidendem Wind vom Ontariosee rechnen. Besonders schön ist der Herbst: Im Indian Summer sind die Tage klar und mild, und die Laubfärbung in den Parks und im Umland ist spektakulär.

    Drei bis vier Tage sind eine gute Basis: ein Tag Downtown mit CN Tower und Waterfront, ein bis zwei Tage für die Viertel und den St. Lawrence Market, ein Tag für die Niagarafälle. Wer die Stadt als Startpunkt einer längeren Kanadareise nutzt, kommt auch mit zwei Tagen zurecht.

    Für die Stadt nicht. U-Bahn und Straßenbahnen decken alle relevanten Viertel ab, Parken in Downtown ist teuer und umständlich. Sinnvoll ist ein Mietwagen erst für Ausflüge ins Umland, etwa zu den Niagarafällen oder in die Weinregion – und dafür lohnt es sich, ihn gezielt für diese Tage zu buchen statt für die gesamte Reise.

    "Bei Toronto entscheiden Reisezeit und Kalkulation über den Eindruck: eine Woche im Februar erlebt eine völlig andere Stadt als eine Woche im Oktober, und Nettopreise plus Trinkgeld verschieben jedes Budget. Solche Punkte gehören früh in die Planung – mit neario halten Sie sie an einer Stelle fest."

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