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Reise nach England
Reiseland

England planen: Einreise mit ETA, Anreise ab Deutschland und was die Reise kostet

Ein Land mit kurzen Wegen auf der Karte und langen Wegen in echt. Seit dem Brexit brauchst du dafür Reisepass und ETA.

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Über England

England ist mit 130.395 Quadratkilometern gut ein Drittel so groß wie Deutschland, hat aber mit 57,1 Millionen fast zwei Drittel so viele Einwohner. Auf der Karte sieht deshalb alles nah aus. In echt sind es von London bis in den Lake District über 400 Kilometer, und außerhalb der Autobahnen fährst du auf Straßen, die für Pferdefuhrwerke angelegt wurden. Wer in zwei Wochen London, Cornwall, die Cotswolds und den Norden abhaken will, sitzt vor allem im Auto.

Drei Dinge klärst du vor der Buchung. Seit dem Brexit reicht der Personalausweis nicht mehr, du brauchst einen Reisepass. Dazu kommt seit dem 2. April 2025 die elektronische Einreisegenehmigung ETA, die seit Februar 2026 auch tatsächlich kontrolliert wird und inzwischen 20 Pfund kostet. Und es ist Linksverkehr, was auf der Autobahn nach zwanzig Minuten normal wirkt und in den Hecken-Gassen von Cornwall oder Cumbria auch nach einer Woche noch anstrengend bleibt.

Landschaftlich liegt viel dicht beieinander. Im Süden die Kreide- und Kalkküste von Dorset, die Universitätsstädte Oxford und Cambridge, die römischen Bäder von Bath und die Cotswolds mit ihren Häusern aus honigfarbenem Kalkstein. Im Nordwesten der Lake District, wo mit dem Scafell Pike der höchste Berg des Landes steht, gerade einmal 978 Meter hoch, und wo deutlich mehr Regen fällt als im Süden. Dazwischen London, das für sich schon eine Woche füllt.

Anreise ab Deutschland: Flug, Fähre und Zug im Vergleich

Es gibt keinen Weg, der für alle passt. Entscheidend ist, ob du ein Auto mitnimmst und wo in England du hinwillst. Wer nur London sehen will, fliegt. Wer eine Rundreise über Land plant, kommt mit dem eigenen Auto oft besser weg als mit einem Mietwagen vor Ort, weil er nicht auf der falschen Seite im fremden Wagen sitzt.

WegStreckeDauerPreis abHäufigkeit
Flugdeutsche Flughäfen nach London, Manchester oder Birminghamreine Flugzeit knapp anderthalb bis gut zwei Stundenstark schwankendmehrmals täglich
ZugKöln über Brüssel mit Eurostar nach LondonICE Köln–Brüssel rund 1:50, Eurostar Brüssel–London rund 2 Stunden, plus UmstiegEurostar ab etwa 51 Pfundmehrmals täglich
ZugBerlin über Köln und Brüsselinsgesamt rund sieben bis acht Stunden mit UmstiegenEurostar ab etwa 51 Pfundmehrmals täglich
AutozugLe Shuttle Calais–Folkestone35 Minutenab 83 Euro je Fahrzeugganztägig, auch nachts
FähreCalais–Dover mit DFDSrund 100 Minutenab 114 Euro für Pkw mit bis zu fünf Personenüber 20 Abfahrten am Tag
FähreHoek van Holland–Harwich mit Stena Line6:30 bis 7 Stunden tagsüber, 8:30 bis 9:30 Stunden über Nachtab 107 Eurozweimal täglich, ab 14:15 Uhr und 22:00 Uhr
FähreRotterdam–Hull mit P&Orund 11:30 Stunden über Nachtje nach Kabine sehr unterschiedlichrund neun Abfahrten pro Woche, zwischen 20 und 21 Uhr
FähreAmsterdam/IJmuiden–Newcastle mit DFDS16:45 Stunden über Nachtab 87 Eurotäglich, Abfahrt 17:30 Uhr

Was daran für die Planung zählt: Der Kanaltunnel und Calais–Dover setzen dich im Südosten ab, also nahe London, Kent und dem Weg Richtung Westen. Die Nordsee-Fähren landen woanders. Harwich liegt gut zwei Fahrstunden nordöstlich von London, Hull und Newcastle im Norden. Wer in den Lake District will, spart über Hull oder Newcastle einen halben Tag Autobahn gegenüber der Route über Dover.

Die Nachtfähren sind kein Sparmodell. Mit Kabine liegen sie schnell über dem Flugpreis. Ihr Vorteil ist, dass du morgens ausgeschlafen in England ankommst, mit dem eigenen Auto, dem eigenen Gepäck und ohne Handgepäckstreit. Für Familien und für alle, die viel mitnehmen, geht die Rechnung dadurch häufig doch auf.

Beim Zug ist der Umstieg in Brüssel der Knackpunkt. Eurostar hat eine Grenzkontrolle vor der Abfahrt, du musst also deutlich vor Abfahrt am Bahnsteig sein, und ein verspäteter ICE kostet dich den Anschluss. Wer diese Variante wählt, bucht besser nicht die knappste Verbindung des Tages.

Einreise seit dem Brexit: Reisepass, ETA und 20 Pfund

Das ist der Punkt, an dem 2026 die meisten Reisen kippen, weil sich die Regeln seit dem Brexit mehrfach geändert haben.

Der Personalausweis wird an der britischen Grenze nicht mehr akzeptiert. Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige brauchen einen Reisepass, der für die gesamte Reisedauer gültig ist. Einzige Ausnahme ist Gibraltar. Das gilt auch für Kinder, die einen eigenen Pass brauchen.

Dazu kommt die ETA, die Electronic Travel Authorisation. Für EU-Staatsangehörige gilt sie seit dem 2. April 2025. Neu und für viele überraschend: Seit Februar 2026 wird sie beim Einchecken und an der Grenze auch wirklich verlangt, vorher wurde großzügiger kontrolliert. Die ETA kostet seit April 2026 20 Pfund, nach 10 Pfund zum Start und zwischenzeitlich 16 Pfund. Sie gilt zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Passes, erlaubt beliebig viele Einreisen und Aufenthalte bis 180 Tage.

Beantragt wird sie über die offizielle UK-ETA-App oder auf gov.uk. Jede Person braucht einen eigenen Antrag, auch Babys. Die Bearbeitung kann bis zu drei Werktage dauern, plane also nicht mit dem Vorabend. Wer im Flughafen-Transit bleibt und die Grenzkontrolle nicht passiert, braucht keine ETA.

Mitbringen darfst du nicht alles. Rind-, Schaf-, Ziegen- und Schweinefleisch sowie Milchprodukte dürfen nicht nach Großbritannien eingeführt werden, das betrifft auch die Wurstbrote fürs Auto. Für Hunde und Katzen gelten EU-Heimtierausweis, Mikrochip, Tollwutimpfung mindestens 21 Tage vor Einreise und bei Hunden eine Bandwurmbehandlung 24 bis 120 Stunden vor der Einreise.

Ein Punkt, der leicht untergeht: Seit dem Brexit gilt die EU-Roaming-Verordnung im Vereinigten Königreich nicht mehr. Die großen deutschen Netzbetreiber rechnen Großbritannien derzeit freiwillig weiter wie EU-Ausland ab, teils ausdrücklich befristet, bei einzelnen Discountertarifen fehlt das Land dagegen in der Länderliste. Sieh vor der Abreise in deinen Tarif, welche Länderzone gilt. Wenn Großbritannien nicht dabei ist, ist eine Datenkarte fürs Vereinigte Königreich deutlich billiger als das Roaming nach Preisliste.

Mietwagen, Linksverkehr und was Autofahren wirklich kostet

Der deutsche Führerschein gilt im Vereinigten Königreich, einen internationalen Führerschein brauchst du nicht. Mit dem eigenen Auto musst du eine Grüne Versicherungskarte als Nachweis der Deckung dabeihaben.

Am Linksverkehr selbst scheitert kaum jemand. Schwierig sind drei andere Dinge. Erstens der Kreisverkehr, in den du gegen den Uhrzeigersinn einfährst und in dem du dem Verkehr von rechts Vorfahrt gibst. Zweitens die Spurbreite: Auf den einspurigen Landstraßen mit Hecken links und rechts gibt es Ausweichbuchten, und die Fahrerseite ist die falsche, also unterschätzt man den Abstand nach links systematisch. Drittens die Schaltung, die mit der linken Hand bedient wird. Wer sich das nicht antun will, bucht einen Automatikwagen und bezahlt den Aufschlag.

Die Tempolimits gelten in Meilen. Innerorts 30 mph, auf einspurigen Landstraßen 60 mph, auf zweispurigen Straßen und Autobahnen 70 mph, also rund 112 km/h.

Beim Preis kommen mehrere Posten zusammen, die es so in Deutschland nicht gibt:

PostenBetragGilt wo
Benzin161,6 Pence je Literlandesweit, Stand 24.08.2026
Diesel182,8 Pence je Literlandesweit, Stand 24.08.2026
Congestion Charge18 Pfund am TagInnenstadt London, Mo–Fr 7 bis 18 Uhr, Sa/So und Feiertage 12 bis 18 Uhr
ULEZ12,50 Pfund am Tagalle Londoner Bezirke innerhalb der M25, rund um die Uhr
Clean Air Zonetageweise, je nach StadtPkw zahlen nur in Birmingham und Bristol; Bath, Bradford, Sheffield, Portsmouth und Tyneside nehmen Pkw aus

Die Kraftstoffpreise stammen aus der wöchentlichen Statistik der britischen Regierung. Umgerechnet liegt Benzin damit ungefähr auf deutschem Niveau, Diesel deutlich darüber.

London und Auto passen nicht zusammen. Congestion Charge und ULEZ fallen beide an, und ausländisch zugelassene Fahrzeuge müssen sich für die ULEZ registrieren, auch wenn sie die Abgasnorm erfüllen. Wer London im Programm hat, gibt den Wagen für diese Tage ab oder lässt ihn außerhalb stehen und fährt mit der Bahn hinein.

Für die Fahrt selbst ist die Handyhalterung fürs Auto kein Luxusartikel: Auf den Landstraßen ändern sich die Abzweigungen im Sekundentakt, und das Handy in der Mittelkonsole liest du beim Linksfahren nicht mit.

Wetter und beste Reisezeit: Zahlen statt Klischee

Der Ruf, dass es in England ständig regnet, stimmt so nicht. Er stimmt für den Nordwesten und für den Winter, und er stimmt nicht für den Südosten im Sommer. In London fallen 616 Millimeter im Jahr. Der deutsche Flächendurchschnitt liegt im selben Zeitraum bei 791 Millimetern (Deutscher Wetterdienst, 1991 bis 2020). London ist also trockener als Deutschland, verteilt den Regen aber auf mehr Tage.

Die folgenden Werte sind das Mittel der Jahre 1991 bis 2020 an der Station London Heathrow, gerechnet aus den offenen Stationsdaten des britischen Met Office.

MonatTagesmax °CNachts °CNiederschlag mmSonnenstunden
Januar8,42,75959
Februar9,02,64576
März11,74,139120
April15,06,042169
Mai18,49,146197
Juni21,612,047197
Juli23,914,246206
August23,414,154192
September20,211,650150
Oktober15,88,865111
November11,55,36768
Dezember8,83,15753

Interessanter als die Monatswerte ist das Gefälle zwischen Süden und Nordwesten. Dieselbe Rechnung, dieselben dreißig Jahre, drei Stationen:

StationLageNiederschlag im JahrSonne im Jahr
London HeathrowSüdosten, 25 m616 mm1.597 Stunden
OxfordOstrand der Cotswolds, 63 m681 mm1.615 Stunden
Newton Rigg bei PenrithOstrand des Lake District, 169 m981 mmkeine Messreihe

Newton Rigg liegt noch im Regenschatten der Berge. In den zentralen Fells fällt ein Vielfaches davon. Das ist der eigentliche Grund, warum eine England-Rundreise im Frühjahr im Süden und erst im Hochsommer im Norden Sinn ergibt.

Praktisch heißt das: Mai, Juni und September sind die besten Monate. Es ist hell bis spät, die Sonnenstunden liegen fast auf Juliniveau, und Preise und Andrang sind niedriger als in den Sommerferien. Juli und August sind am wärmsten und am vollsten. Von November bis Februar hast du siebeneinhalb bis acht Stunden Tageslicht und knapp zwei Sonnenstunden am Tag, dafür leere Museen und niedrige Zimmerpreise.

Der sturmfeste Taschenschirm ist in England kein Klischee, sondern die Konsequenz aus vielen Regentagen mit wenig Regenmenge: Es schüttet selten lange, aber es nieselt oft.

Was England kostet: Tagesbudget in drei Stufen

England ist teuer, und zwar spürbar teurer als Frankreich, Spanien oder Italien. Die folgenden Angaben sind Tageskosten ohne Anreise, bei der Unterkunft für zwei Personen, sonst pro Person. Belegte Einzelwerte sind als solche gekennzeichnet, der Rest sind Spannen aus üblichen Buchungspreisen.

PostenSparsamMittelklasseGehoben
UnterkunftHostel-Bett oder Budgetkette, 30–55 £Doppelzimmer im B&B oder Mittelklassehotel, 90–150 £ für zweiLandhotel oder Boutique, ab 200 £ für zwei
EssenSupermarkt, Bäckerei, Fish and Chips, 15–25 £Pub-Mittag und ein Restaurantabend, 35–55 £Gastropub und Fine Dining, ab 80 £
GetränkPint im Landesschnitt 5,34 £dasselbe Pint in London 6,55 £in Hotelbars und Touristenorten darüber
TransportBus und Bahn mit Railcard, ein Drittel Rabatt für 35 £ im JahrMietwagen mit Sprit, 50–90 £ am TagWagen plus Zuschläge, London mit Congestion Charge 18 £ und ULEZ 12,50 £
Eine AktivitätMuseum ohne Eintritt, Wanderung, KircheSchloss oder Herrenhaus, meist 15–30 £geführte Tour oder Bootsfahrt, ab 40 £

Der Bierpreis stammt aus einer Branchenerhebung des Morning Advertiser für 2026: 5,34 Pfund im britischen Durchschnitt, 6,55 Pfund in London. Zum Vergleich der letzte amtliche Wert des Statistikamts ONS vom Januar 2025, damals 4,83 Pfund für ein Pint Lager. Der Sprung in eineinhalb Jahren zeigt, wie schnell die Preise hier gerade steigen.

Zwei Punkte sparen echtes Geld. Erstens sind die großen nationalen Museen in London ohne Eintritt, darunter British Museum, National Gallery, Tate Modern und das Natural History Museum. Ein London-Tag kann damit fast nichts kosten außer Verkehr und Essen. Zweitens gibt es die Railcards: Die Two Together Railcard und die Family and Friends Railcard kosten 35 Pfund im Jahr und geben ein Drittel Rabatt auf fast alle Bahnfahrten. Ab etwa der dritten längeren Zugfahrt hat sie sich bezahlt gemacht.

Für Schlösser, Gärten und Parkplätze lohnt der Explorer Pass des National Trust. Er kostet für vier Tage 31,50 Pfund für eine Person und 51,60 für zwei, für acht Tage 42,00 und 67,35 Pfund, für vierzehn Tage 55,10 und 90,10 Pfund, und er deckt neben dem Eintritt auch das Parken an den Trust-Parkplätzen ab. Wer im Lake District unterwegs ist, spart damit vor allem an den Parkgebühren. Beachte: In diesen Beträgen steckt eine befristete Mehrwertsteuersenkung, die nur bis zum 1. September 2026 gilt.

Bezahlt wird fast überall kontaktlos. Bargeld brauchst du in England selten, in manchen Pubs und Cafés wird es gar nicht mehr angenommen.

Wann du nicht nach England fahren solltest

Von Ende Juli bis Anfang September sind die englischen Schulferien. Die genauen Termine legt jede Kommune selbst fest, sie verschieben sich also um ein bis zwei Wochen, treffen aber überall in diesen Zeitraum. In diesen Wochen sind die Ferienregionen voll, die Preise am höchsten und die Parkplätze im Lake District und in den Cotswolds vormittags belegt.

Dazu kommen die Bank Holidays, an denen sich das ganze Land gleichzeitig in Bewegung setzt. 2026 sind das der 4. Mai, der 25. Mai und der 31. August, 2027 der 3. Mai, der 31. Mai und der 30. August. Ein verlängertes Bank-Holiday-Wochenende in einem Nationalpark ist der ungünstigste Termin, den man wählen kann.

Von November bis Februar wird es gegen 16 Uhr dunkel. Für Städte und Museen ist das kein Problem, für Küstenwanderungen und Landstraßen schon: Du hast pro Tag realistisch fünf bis sechs nutzbare Stunden. Viele Herrenhäuser, Gärten und kleinere Attraktionen schließen im Winter ganz oder öffnen nur an Wochenenden, und in den Dörfern haben Teestuben und Läden verkürzte Zeiten.

Für wen England grundsätzlich nicht passt: Wer Badeurlaub sucht, ist falsch. Die Wassertemperaturen bleiben auch im August im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich, und die englischen Strände sind Ebbe-und-Flut-Strände mit weiten Wattflächen. Wer ohne Auto reisen will und aufs Land möchte, muss die Route eng an der Bahn planen, weil ganze Landstriche außerhalb der Bahnlinien liegen. Und wer die Reise über den Preis entscheidet, findet in Portugal, Spanien oder Griechenland für dasselbe Geld deutlich mehr.

England oder Schottland?

Das ist die Frage, die vor fast jeder Britannien-Reise steht. Beides liegt im selben Staat, für beides brauchst du Reisepass und ETA, in beiden Ländern ist Linksverkehr, und die Kilometerpreise sind ähnlich.

Für England spricht die Dichte. Zwischen zwei Zielen liegt selten mehr als eine Fahrstunde, es gibt fast überall eine Bahnlinie, und du bekommst Städte, Küste, Herrenhäuser und Berge in einer Woche unter, ohne den ganzen Tag zu fahren. Der Südosten ist der trockenste und sonnigste Teil der Insel.

Für Schottland spricht der Maßstab. Die Berge sind höher, die Täler leerer, und im Nordwesten fährst du eine Stunde ohne Ort. Dafür ist alles weiter: Von Edinburgh bis zur Nordküste sind es mehr als 300 Kilometer auf teils einspurigen Straßen, und die Route NC500 hat in den letzten Jahren die Unterkunftspreise nach oben gezogen. Der Westen Schottlands bekommt außerdem erheblich mehr Regen als der englische Süden, und von Juni bis August gibt es dort Kriebelmücken, die es in England in dieser Form nicht gibt.

Kurz gesagt: Zwei Wochen mit Kindern, ohne täglich lange Etappen, mit Museen, Schlössern und Küste, das ist England. Drei Wochen mit Zelt oder Camper, Bergen und wenig Betrieb, das ist Schottland. Wer nur eine Woche hat, sollte sich für eines entscheiden, statt beides zu streifen.

Und wenn du England mit dem Naturteil verbinden willst, ohne nach Schottland zu fahren, ist der Lake District der Kompromiss: die höchsten Berge Englands, aber vier Autostunden näher als die Highlands.

Routen für 7, 10 und 14 Tage

Sieben Tage: Süden und London

Tag 1 bis 3 London, mit einem Tag für die kostenlosen Museen und einem für Themse, Greenwich oder Camden. Tag 4 mit dem Zug oder Mietwagen nach Windsor und weiter nach Bath, unterwegs eine Tagestour zu Stonehenge und Bath, wenn du ohne Wagen unterwegs bist. Tag 5 Bath und die römischen Bäder. Tag 6 und 7 Cotswolds mit Standort in Stow-on-the-Wold oder Moreton-in-Marsh, Rückfahrt über Oxford.

Zehn Tage: Süden plus Küste

Die sieben Tage oben, dann statt der Rückfahrt weiter nach Westen. Tag 8 Dorset mit der Kreideküste um Durdle Door und Lulworth Cove. Tag 9 und 10 Devon oder Cornwall, wobei du dich zwischen der Nordküste mit den Surfstränden und der Südküste mit den Fischerorten entscheiden solltest. Beides in zwei Tagen ist zu viel, die Straßen dort sind langsam.

Vierzehn Tage: einmal quer

Die zehn Tage oben, dann mit dem Zug oder über die M6 nach Norden. Tag 11 York mit Stadtmauer und Münster. Tag 12 bis 14 Lake District, zwei Wandertage und ein Tag am Wasser. Wer zurück nach Deutschland will und mit dem eigenen Auto unterwegs ist, nimmt ab hier die Fähre ab Hull oder Newcastle statt der Rückfahrt nach Dover, das spart einen kompletten Fahrtag.

Für alle drei Varianten gilt: Buch die Bahnfahrten als Advance-Tickets im Voraus. Am Schalter gekaufte Tickets für dieselbe Strecke kosten oft ein Vielfaches. Und wenn dein Mobilfunktarif Großbritannien nicht in der EU-Zone führt, richte vor dem Abflug eine eSIM für Großbritannien ein, weil Tickets, Parkgebühren und Zeitfenster-Buchungen fast alle über Apps laufen.

Die schönsten Reiseziele in England

Diese Orte solltest du auf deiner England-Reise nicht auslassen

London

London

Die Themse mit Tower Bridge und der City vom Aussichtspunkt aus. London füllt allein eine Woche, viele große Museen kosten keinen Eintritt.

Windsor Castle

Windsor Castle

Seit über 900 Jahren bewohnte Burg westlich von London, mit dem Runden Turm und der St-Georges-Kapelle. Vom Zentrum Londons in gut einer Stunde erreichbar.

Stonehenge

Stonehenge

Steinkreis in Wiltshire, gut zwei Autostunden westlich von London. Tickets sind zeitgebunden und online im Vorverkauf günstiger als an der Kasse.

Cotswolds

Cotswolds

Hügelland zwischen Oxford und Bath mit Dörfern aus honigfarbenem Kalkstein. Ohne Auto oder Bus kommst du im Inneren nicht weit.

Lake District

Lake District

Seen, kahle Bergrücken und mit dem Scafell Pike der höchste Gipfel Englands, seit 2017 UNESCO-Welterbe. Das nasseste Wandergebiet des Landes und das beliebteste.

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Reiseinfos

Währung

Pfund Sterling (GBP), fast überall kontaktlos

Sprache

Englisch

Reisezeit

Mai, Juni und September. Juli und August sind am wärmsten und am vollsten, November bis Februar früh dunkel.

Flugzeit

Direktflüge ab allen großen deutschen Flughäfen, reine Flugzeit knapp anderthalb bis gut zwei Stunden. Mit dem Auto über Le Shuttle 35 Minuten Kanalquerung, per Nordseefähre 6:30 bis 16:45 Stunden.

Beste Reisezeit Detail

  • Mai und Juni: lange Tage, fast 200 Sonnenstunden im Monat, Gärten in voller Blüte, noch keine Schulferien.
  • Juli und August: wärmste Monate mit rund 23 Grad in London, dafür Schulferien, höchste Preise und volle Parkplätze in den Nationalparks.
  • September: die unterschätzte Zeit. Noch 150 Sonnenstunden, 20 Grad, und ab der zweiten Woche deutlich leerer.
  • Oktober und November: Herbstfarben im Lake District und in den Cotswolds, dafür die nassesten Monate in London mit 65 bis 67 Millimetern.
  • Dezember bis Februar: knapp zwei Sonnenstunden am Tag, dunkel ab 16 Uhr, viele Herrenhäuser und Gärten geschlossen. Für Städte und Museen trotzdem brauchbar und billig.
  • Einreise & Visum

    Kein Visum, aber Reisepass Pflicht (Personalausweis reicht nicht) und ETA für 20 Pfund, gültig zwei Jahre. Aufenthalt bis 180 Tage.

    Gut zu wissen

    Kulturelle Besonderheiten & Tipps

    Anstellen ist in England kein Ordnungsprinzip, sondern eine Regel. Wer sich vordrängelt, wird nicht angesprochen, aber gemerkt.

    Sorry heißt selten Entschuldigung. Es ersetzt Wie bitte, Darf ich vorbei und Aus dem Weg, je nach Tonfall.

    Beim Überqueren der Straße zuerst nach rechts sehen. In London steht es deshalb auf dem Asphalt.

    Trinkgeld ist im Restaurant üblich, rund zehn Prozent, oft steht ein Service Charge schon auf der Rechnung. Am Tresen im Pub gibt man nichts.

    Häufige Fragen

    Alles Wichtige für deine Reiseplanung

    Kein Visum, aber seit dem 2. April 2025 eine ETA. Sie kostet seit April 2026 20 Pfund, gilt zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses und erlaubt beliebig viele Einreisen mit Aufenthalten bis 180 Tagen. Seit Februar 2026 wird sie an der Grenze und beim Check-in auch tatsächlich verlangt. Beantragung über die offizielle UK-ETA-App oder gov.uk, die Bearbeitung kann bis zu drei Werktage dauern. Jede Person braucht einen eigenen Antrag, auch Kinder und Babys.

    Nein. Seit dem Brexit akzeptiert die britische Grenze den deutschen Personalausweis nicht mehr, du brauchst einen Reisepass, der für die gesamte Reisedauer gültig ist. Einzige Ausnahme ist Gibraltar. Kinder brauchen ein eigenes Dokument.

    Mai, Juni und September. In diesen Monaten liegen die Sonnenstunden in London bei 150 bis 200 im Monat, fast auf Juliniveau, aber ohne die Schulferien. Juli und August sind am wärmsten mit rund 23 Grad Tagesmaximum in London und am vollsten. November bis Februar bringt weniger als zwei Sonnenstunden am Tag und früh einsetzende Dunkelheit. Werte: Met Office, Station Heathrow, Mittel 1991 bis 2020.

    Über den Kanaltunnel mit Le Shuttle ab Calais in 35 Minuten, mit der Fähre Calais–Dover in rund 100 Minuten, oder über die Nordsee: Hoek van Holland–Harwich mit Stena Line in 6:30 bis 9:30 Stunden, Rotterdam–Hull mit P&O in rund 11:30 Stunden über Nacht und Amsterdam–Newcastle mit DFDS in 16:45 Stunden über Nacht. Wer in den Norden Englands will, spart über Hull oder Newcastle einen halben Tag Autobahn. Eine Grüne Versicherungskarte musst du mitführen.

    Nein. Der deutsche Führerschein ist im Vereinigten Königreich gültig, ein internationaler Führerschein ist nicht erforderlich. Für das eigene Auto brauchst du dagegen eine Grüne Versicherungskarte als Deckungsnachweis.

    Rechtlich nicht mehr, das Vereinigte Königreich fällt seit dem Brexit nicht mehr unter die EU-Roaming-Verordnung. Die großen deutschen Netzbetreiber rechnen das Land derzeit freiwillig weiter zu EU-Konditionen ab, teils ausdrücklich befristet, bei einzelnen Discountertarifen fehlt es dagegen in der Länderliste. Prüf vor der Abreise die Länderzone deines Tarifs; wenn Großbritannien nicht dabei ist, ist eine eSIM die günstigere Lösung.

    Benzin kostete am 24. August 2026 im Landesschnitt 161,6 Pence je Liter, Diesel 182,8 Pence, das entspricht etwa deutschem Niveau beim Benzin und liegt beim Diesel deutlich darüber. Dazu kommen in London 18 Pfund Congestion Charge pro Tag und 12,50 Pfund ULEZ pro Tag, letztere in allen Londoner Bezirken innerhalb der M25. Ausländisch zugelassene Fahrzeuge müssen sich für die ULEZ registrieren, auch wenn sie die Norm erfüllen. Außerhalb Londons zahlen Pkw nur in Birmingham und Bristol eine Clean-Air-Zone-Gebühr.

    Sparsam kommst du mit rund 60 bis 90 Pfund am Tag hin, mit Hostel oder Budgetkette, Selbstverpflegung und Bahn mit Railcard. Mittelklasse liegt bei 120 bis 180 Pfund pro Person, gehoben deutlich darüber. Ein Pint kostet 2026 im Landesschnitt 5,34 Pfund, in London 6,55 Pfund. Die großen nationalen Museen kosten keinen Eintritt, das drückt die Londoner Tageskosten spürbar.

    "Die Klimawerte in dieser Tabelle sind aus den offenen Stationsdaten des britischen Met Office gerechnet, Mittel 1991 bis 2020. Kraftstoffpreise, ETA-Gebühr und Londoner Tagesgebühren stammen aus amtlichen britischen Quellen mit Datum."

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