Indonesien Reise planen: Java, Bali, Flores und der Rest des Archipels
Über 17.000 Inseln, drei Zeitzonen und Vulkane, die man nachts besteigt: Indonesien ist kein Reiseziel, sondern ein halber Kontinent – und genau deshalb eine Planungsaufgabe.
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Über Indonesien
Die meisten Deutschen sagen "Indonesien" und meinen Bali. Verständlich, denn dort landen die meisten Flüge und dort ist die Infrastruktur am einfachsten. Nur ist Bali flächenmäßig ein Bruchteil des Landes: Der Archipel zieht sich über rund 5.000 Kilometer von Sumatra bis Papua – das entspricht ungefähr der Strecke von Lissabon nach Moskau und wieder ein Stück zurück.
Für die Planung heißt das vor allem eines: Sie müssen sich entscheiden. Java mit Borobudur, Bromo und Ijen ist eine Kulturreise mit früh klingelndem Wecker. Bali und Lombok sind Strand, Surf und Tempel. Flores und Komodo sind Boot und Natur, Sumatra ist Dschungel und lange Fahrten. Wer versucht, drei dieser Welten in zwei Wochen zu pressen, verbringt die Reise am Flughafen.
Welche Insel passt zu Ihrer Reise?
Bali: Der Standard-Einstieg. Beste Infrastruktur des Landes, alles auf kurzer Distanz, dafür an den Hotspots voll. Wer nur zwei Wochen hat, fährt damit am entspanntesten – Details im Ziel-Guide zu Bali.
Java: Die kulturell dichteste Insel und das Herz des Landes. Yogyakarta als Basis für Borobudur und Prambanan, dazu die Vulkane Bromo und Ijen im Osten. Java ist anstrengender als Bali: dichter Verkehr, lange Überlandfahrten, wenig Strand. Dafür bekommen Sie das Indonesien, das nicht für Touristen gebaut wurde.
Lombok & die Gili-Inseln: Das ruhigere Bali. Der Rinjani ist ein mehrtägiger Trek für Geübte, die Gilis sind autofrei und klein. Gute Ergänzung zu Bali, per Schnellboot oder Kurzflug erreichbar.
Flores & Komodo: Labuan Bajo ist der Ausgangspunkt für Bootstouren in den Komodo-Nationalpark. Landschaftlich der spektakulärste Teil dieser Route, aber teurer als der Rest des Landes und stark vom Wetter abhängig.
Sumatra: Orang-Utans bei Bukit Lawang, der riesige Toba-See, Dschungel und Vulkane. Die anspruchsvollste der großen Inseln – rechnen Sie mit langen, holprigen Fahrten und deutlich weniger touristischer Routine.
Trockenzeit, Regenzeit – und warum das nicht überall gleich ist
Grob gilt: Trockenzeit etwa April bis Oktober, Regenzeit etwa November bis März. Das passt für Java, Bali, Lombok und Nusa Tenggara ordentlich.
Es gilt aber nicht überall. Sumatras Westküste hat ein eigenes Muster mit deutlich mehr Niederschlag, und im äußersten Osten des Archipels (Molukken, Teile Papuas) verschiebt sich die nasse Phase teils gegenläufig – dort kann ausgerechnet der europäische Sommer der feuchteste Zeitraum sein.
Wichtig ist außerdem, was "Regenzeit" praktisch bedeutet: meist kein Dauergrau, sondern kräftige Nachmittagsschauer, hohe Luftfeuchtigkeit und schlechtere Sicht unter Wasser. Für Vulkanbesteigungen und Bootstouren ist die Trockenzeit trotzdem klar die bessere Wahl – bei Bromo und Ijen entscheidet die Wolkendecke darüber, ob Sie überhaupt etwas sehen.
Das Praxisproblem: Inlandsflüge, Fähren und die verlorenen Tage
Auf der Karte sehen die Inseln nah beieinander aus. In der Realität ist Indonesien ein Land, in dem Sie zwischen zwei Zielen regelmäßig einen kompletten Reisetag verlieren.
Inlandsflüge sind meistens die richtige Antwort. Es gibt ein dichtes Netz mit mehreren einheimischen Airlines, die Strecken sind kurz, die Tickets im Verhältnis zu Europa günstig. Zwei Dinge unterschätzen Reisende dabei fast immer:
Dazu kommt ein Risiko, das es in Europa so nicht gibt: Vulkanausbrüche und Aschewolken können Flughäfen kurzfristig schließen – auch den auf Bali. Das passiert nicht oft, aber wenn, dann ohne Vorwarnung. Planen Sie deshalb keinen Rückflug nach Deutschland auf den letzten Drücker, sondern mit einem Tag Reserve auf der Abflug-Insel.
Fähren und Schnellboote verbinden Bali mit Lombok, den Gilis und Nusa Penida. Sie sind billiger als Flüge, aber wetterabhängig und bei Wellengang unangenehm. Bei rauer See werden Verbindungen gestrichen – wer am Folgetag einen Flug hat, sollte das einkalkulieren.
Einreise, Geld und Ramadan: Was Sie vorher wissen sollten
Einreise: Für touristische Aufenthalte gilt für deutsche Staatsangehörige in der Regel das Prinzip Visa on Arrival beziehungsweise dessen elektronische Variante, die man vorab online beantragt. Dazu kommen üblicherweise eine Mindestgültigkeit des Reisepasses und ein Nachweis über die Weiterreise. Die Regeln wurden in den letzten Jahren mehrfach angepasst – prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Buchung beim Auswärtigen Amt und bei der indonesischen Vertretung, nicht in Reiseforen.
Geld: Die Rupiah hat viele Nullen, was in den ersten Tagen zu Fehlgriffen führt. Bargeld ist außerhalb der Touristenzentren weiterhin wichtig. Heben Sie an Automaten ab, die zu einer Bankfiliale gehören, und meiden Sie freistehende Wechselstuben mit auffällig gutem Kurs – die Rechentricks beim Auszahlen sind ein Klassiker.
Ramadan und Idul Fitri: Indonesien ist das Land mit den meisten Muslimen weltweit (Bali ist die hinduistische Ausnahme). Rund um das Fastenbrechen reist praktisch das halbe Land zur Familie: Flüge und Fähren sind ausgebucht und teuer, Straßen verstopft, viele Betriebe geschlossen. Das ist kein Grund, nicht zu reisen – aber ein sehr guter Grund, die Termine vorher nachzuschlagen und die Route entsprechend zu legen.
Wer noch schwankt, ob Indonesien oder ein anderes Ziel in Südostasien besser passt, findet in unserem Vergleich Bali oder Thailand eine ehrliche Gegenüberstellung.
Die schönsten Reiseziele in Indonesien
Diese Orte solltest du auf deiner Indonesien-Reise nicht auslassen
Bali
Der einfachste Einstieg in den Archipel: Tempel, Reisterrassen und Surfstrände auf überschaubarer Fläche.
Borobudur & Prambanan
Die größte buddhistische Tempelanlage der Welt und daneben ein hinduistischer Tempelkomplex – beide bei Yogyakarta auf Java.
Mount Bromo
Rauchender Krater in einer Aschewüste. Der klassische Sonnenaufgangsblick beginnt mitten in der Nacht und bei erstaunlicher Kälte.
Ijen-Vulkan
Nachtwanderung zum Schwefelabbau im Krater, bekannt für die blauen Flammen. Ohne Atemschutz und Guide keine gute Idee.
Komodo-Nationalpark
Warane, Manta-Rochen und Inselketten – erreichbar per Boot ab Labuan Bajo auf Flores.
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Reiseinfos
Währung
Indonesische Rupiah (IDR)
Sprache
Bahasa Indonesia; in touristischen Gebieten Englisch verbreitet
Reisezeit
Trockenzeit etwa April bis Oktober (Java, Bali, Lombok, Nusa Tenggara).
Flugzeit
Kein Direktflug; mit einem Umstieg etwa 16–19 Std. Gesamtreisezeit
Beste Reisezeit Detail
Für Touristen in der Regel Visa on Arrival bzw. elektronisches VoA – aktuelle Bestimmungen vorab beim Auswärtigen Amt prüfen.
Gut zu wissen
Kulturelle Besonderheiten & Tipps
Rechte Hand benutzen: Essen, Geben und Nehmen erfolgen mit der rechten Hand. Die linke gilt als unrein – ein kleiner Punkt, der überall im Land auffällt.
Schultern und Knie bedecken: In Moscheen und Tempeln ist bedeckte Kleidung Pflicht, außerhalb von Badeorten ist sie auch auf der Straße die respektvollere Wahl. Badebekleidung bleibt am Strand.
Ruhig bleiben statt laut werden: Lautstarke Beschwerden und offener Ärger gelten als Gesichtsverlust und führen zum Gegenteil des Gewünschten. Freundlich und geduldig kommen Sie in Indonesien deutlich weiter.
Beliebte Ziele in Indonesien
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Häufige Fragen
Alles Wichtige für Ihre Reiseplanung
"Bei Indonesien entscheidet nicht das Budget über die Reise, sondern die Routenlogik: Welche Insel wann, mit wie viel Puffer zwischen den Flügen. Genau diese Punkte gehören in die Planung, bevor der erste Flug gebucht ist."
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